„Für Kinder ist Assistenz nicht zu verwenden“ – dieser grammatikalisch garantiert richtige Satz zeigt leider, einerseits falsche Bilder, andererseits die Unlust am gleichberechtigtem Denken.

Warum?

„Für Kinder ist Assistenz nicht zu verwenden“ heißt sprachlich: Assistenz darf nicht verwendet werden, um ANSTELLE DER ELTERN etwas (mit den Kindern) zu tun. Das ist klar und garantiert richtig, in Verbindung mit Assistenz für behinderte Eltern.
Allerdings zeigt es das erschreckende Bild, das man sich hier ausdenkt, denn nachfragen, wofür sie, die Assistenz gebraucht wird, wäre dann doch zu sehr auf gleicher Augenhöhe mit dem Antragsteller. Stattdessen nimmt man an: Behinderte Eltern brauchen Assistenz, um IHRE AUFGABE zu ERSETZEN. Und einen solchen Antrag könnte naturgemäß nicht im Sinne der Behindertenhilfe statt gegeben werden.

Also muss es korrekt heissen, sowohl für Antragsteller und Behörde: Assistenz für die Versorgung und Pflege der Kinder, um mit ihnen…

Anstelle der … muss nun folgen, was Eltern für Ziele etc. mit IHREN KINDERN HABEN, wofür sie Assistenz brauchen.
Die Bewertung, ob dies „behindertenhilfetauglich“ ist oder nicht, wird man sehr behutsam sich anschauen müssen.

Fazit

„Für Kinder ist Assistenz nicht zu verwenden“ ist schlicht ein falsches Bild, wodurch auch der Inhalt falsch wird. Schließlich würde eine Formulierung „Assistenz für das WC“ auch nicht das Bild hervorwerfen, dass man jemand braucht, der anstelle von einem selbst aufs WC geht, oder?

Am 9.7.2017 gibt es „Assistenz ist nix fürs Telefon“.