Über Vereinbarkeit Familie und Beruf ist genug gesagt worden und wird – zu Recht – nach wie vor viiiiiiel gesagt.

Über den Zusatz Behinderung wird hingegen – um es positiv zu sagen – wenig gesagt und geschrieben. Dies liegt vermutlich an der kleinen Gruppe, die genau dieses Setting betrifft.

Wir brechen nun das Schweigen…;-): Jasmin und Jakob, also wir beide;-), sind berufstätig und haben drei Kinder. Zusätzlich sind wir noch behindert.

Ja, richtig, gelesen: ZUSÄTZLICH sind wir noch behindert. Nicht trotz, leider, wegen oder sonst was.

Im Alltag heisst dies, dass wir – wie jede andere Familie auch – gut planen müssen, wann, wer was (nicht) tun kann, wo und wann die Kinder zu bringen oder zu holen sind, wann Haushalt gemacht wird, und, und, und… Also, ganz normaler „Familienwahnsinn“ halt…;-)

Und weil wir, wie gesagt, ZUSÄTZLICH behindert sind, müssen wir Dinge, die behinderungsbedingt ein wenig anders laufen (müssen), vorausplanen. Dabei ganz wesentlich ist, welche Möglichkeit der Planung wir haben:

Nicht hilfreich wäre es, mit einem Dritten (d. h. Dienstleister) noch abstimmen zu müssen, wann was (nicht) passieren kann.

Man denke an folgende Situation: Vereinbart wird, dass – sagen wir ich, Jakob, am Freitag (wir lassen bewusst das Wochenende weg, da das unseren Informationen nach nicht sehr dienstleisterMÖGLICH ist) z. B. Behördenwege erledige, WÄHREND Jasmin arbeitet. Am Freitagmorgen stellt sich heraus, dass eines der Kinder – bei drei ist die Wahrscheinlichkeit ja durchaus gegeben – krank ist. Also hüte ich, Jakob, das Haus und erledige Behördenwege nicht. Auch Jasmin tut das nicht, denn sie, wie bereits erwähnt, arbeitet.

Im Arbeitgebermodell ist es (uns) möglich, genau Familiensituationen abzubilden. Beim Dienstleister würde sich die Frage stellen: WAS tut die Assistentin stattdessen, denn „gebucht“ ist sie ja. Möglich wäre Daumen drehen, Kaffe trinken, in die Luft schauen – natürlich bezahlt…;-) ODER man steht für Gleichberechtigung und gibt dem Betrorffenen die Möglichkeit, SEINE Lebenssituation abzubilden.

Es gäbe noch viele andere Beispiele: Wenn z. B. Ausflüge angesagt sind, die nicht WIR selbst organisieren, sondern der Kindergarten, die Schule usw., DANN hat die Assistenz zu funktionieren, wenn WIR sie brauchen, denn in diesem Fall kommt die „Terminvorgabe“ ja nicht von uns.

Am 2.9.2018 gibt es „Extra nicht inklusiv“