Es war der 11. September 2018, der zweite Schultag unseres ältesten Sohnes.

Bereits beim Elternabend im Juli davor hatten wir mit seiner zukünftigen Lehrerin vereinbart, dass sie uns Formulare und Informationen, die ins Postheft kommen, digital zukommen lässt, So weit, so barrierefrei.

Was hat das jetzt mit Stigmatisierung zu tun, werden sich jetzt viele fragen…

…vorerst einmal gar nichts!

ABER: An diesem besagten zweiten Schultag kam unser Schulkind nach Hause, er hatte heute das Postheft erhalten, und fragte ziemlich entrüstet, warum sein Heft im Gegensatz zu jenem der anderen Kinder leer ist.

„Ja, aber das kann man dem Kind doch erklären, dass ihr damit nichts anfangen könnt und das eben digital braucht!“, mögen jetzt manche kopfschüttelnd sagen!

Wir sagen ja, das kann man bzw. wissen unsere Kinder das auch, aber muss es wirklich sein, dass solche Kleinigkeiten schon so speziell ablaufen und die Kinder dadurch immer irgendwie hervorstechen, weil die Eltern halt behindert sind?

Aber wie macht ihr das denn jetzt?

Unsere Lösung: wir vereinbaren gleich am folgenden Tag beim Elternabend mit der Lehrerin, dass sie unserem Sohn, gleich wie allen anderen Kindern auch, alles ins Postheft klebt. Wir bearbeiten bzw. unterschreiben alles, gleich wie es die anderen Eltern tun, in besagtem Postheft und retournieren es.

Und wie füllt ihr die Sachen dann aus?

Da Assistenz sowieso jeden Tag irgendwann bei uns anwesend ist, läuft das auf gut Steirisch drunter und wir lassen uns somit von ihr dabei unterstützen.

Zusätzlich haben wir mit der Lehrerin vereinbart, dass sie uns nur diejenigen Unterlagen digital zukommen lässt, um die wir sie bitten.

Hat somit auch zur Folge, dass

  1. es in unserer Verantwortung liegt, was wir (nicht) bekommen und
  2. die Lehrerin nicht extra an uns denken muss, was
  3. dazu führt, dass die Inklusion in dieser Schulklasse noch einen Schritt weiter gegangen ist, weil alle ihren Beitrag leisten.

Am 30.9.2018 gibt es „Wann mit Assistenz Dinge nicht schneller gehen“