In diesem und vorletzten Teil schlage ich Formulierungen und  Denkweisen vor, die ehest dem echten Gutachterdenken nahe kommen dürften.

Als Grundlage sollte dazu dieser Artikel dienen, wovon folgende Punkte für weitere Ausführungen herangezogen werden:

  • Das unverwertbare Gutachten
    Dieser Punkt stimmt für dieses Schlechtachten sicher nicht, denn für WC-Papier-Bedarf wäre es zwar teuer, aber allemal verwertbar.
  • Das erheblich verspätete Gutachten
    Dies war auch in meinem Fall der Fall: Das Schlechtachten hätte – vorschriftsgemäß – am 31.10.2018 in der Behörde sein sollen. Nach meiner Nachfrage bei der Behörde, ging das Schlachtachten am 14.11.2018 in der Behörde ein.
  • Die Überschreitung des Gutachtenauftrags
    Zu diesem Thema sei nur der Eingriffsversuch in Familienleben erwähnt: Einen behinderten Familienvater wollte man herunterbrechen „auf den Behinderten“, nichts anderes ist passiert. Dass diese Überschreitung jedoch systematisch sein dürfte, zeigt folgendes – wörtliches Zitat – aus Jasmins Gutachten aus dem Jahr 2015: „Zudem wird aus gutachterlicher Sicht angeführt, dass Assistenzleistungen zur Wahrnehmung elterlicher Rechte und Pflichten nicht dem „Persönlichen Budget“ nach obiger Beschreibung zugeordnet werden können. Aus Sachverständigensicht zielt die Leistung „Persönliches Budget“ auf unmittelbare Assistenzleistungen der jeweiligen Person, jedoch nicht in weiterer Folge auf Assistenzleistungen für Dritte ab.
    DAS nenne ich mal interdisziplinäre Klugscheißerei: Zwei Nicht-Juristen machen gleich eine rechtliche Beurteilung. Wenn DAS – mit den Dritten – stimmen würde, so dürfte ich mich zum Wählen nicht begleiten lassen dürfen, denn ich wähle bekanntlich nicht mich, sondern „Dritte“, obwohl ich mir Wahlinformation „über diese Dritten“ vorlesen lassen dürfte. Schräg? Nein, schlicht dumm und nicht fertiggedacht – intensiver Hirnbedarf (IHB) eben.
    Weiters zeigt folgendes Zitat, dass man meine Daten wollte, bei Jasmins Gutachtenerstellung, um für sie, Jasmin, ein Gutachten erstellen zu können: „Die von Frau Treffer in der Begutachtung zugesicherte Nachreichung von Unterlagen (Abrechnung, Aufstellung über bisherige Verwendung, bestehende Unterstützungsleistungen für den Lebensgefährten etc. ) erfolgte nicht.
    Dies ist aus zwei Gründen – sagen wir – spannend: DSGVO lässt Grüßen – schon klar, es handelt sich um behinderte  Menschen, da ist das mit der Datenprostitution schon o. k.. Viel spannender jedoch: Die Abkürzung des Vereins IHB steht nicht etwa für „Ich habe Barrieren“ oder „Ich hasse Behinderte“, sondern für „Individueller Hilfebedarf“: Man braucht Jakobs Daten, um Jasmins INDIVIDUELLEN Bedarf festzustellen? Dabei dürfte  es sich um typisches Sozialhilfe-Denken (Gib so lange und alles was, du hast, dann kommen wir) handeln und somit mit Gleichberechtigung und dessen Förderung nichts zu tun haben. Problematisch, dass Gutachter überhaupt soweit denken und sich äußern DÜRFEN.
    Und – by the way – haben wir eine weitere Qualifikation, die sich die Behindertenbetreuer anmaßen: Lohn- und Personalverrechnung – wofür hätte man diese Daten sonst wollen und gebraucht?
  • Ungenauigkeit und Rechtsfehler
    DAS ist ein Fehler, der sich durch das ganze Gutachten zieht: Wahllos hat man Tatsachen, wie die volle Windel meiner Tochter, aufgenommen, jedoch sich nie und nicht dazu geäußert, um welchen Bedarf es eigentlich geht.
    Zudem ist das Zitat, wie in Teil 1 angeführt, etwas in LEVO nach stmk. BHG sehr ungenau, denn besagte LEVO hat immerhin vier verschiedene Dokumente…
  • Der Sachverständige wankt bei der Gutachtenerörterung
    Dies wäre sehr wahrscheinlich der Fall gewesen, hätte ich – auf neutralem Boden – die Möglichkeit gehabt und bekommen, ein paar technische, jedoch für die Begutachtung notwendige Fragen zu stellen. Dass man sich mit Texterkennnungsprozessen nicht unbedingt auskennt., wurde bereits erwähnt.
    Weiters zeugen Sätze wie „…zumindest während des Schuljahres teilweise verständlich…“ auch nicht unbedingt für gutachterliche Schwindelfreiheit.

Und was wäre nun die Lösung gewesen?
„Da es sich um einen Bedarf handelt, der einerseits nicht mit dem vom Verein IHB verwendeten Daten-Erhebungsmethoden kompatibel ist, andererseits es um elterliche und somit um Pflichten für Dritte, jedoch es gem. Verfassung um mögliche Bedarfe geht, ist eine Begutachtung aufgrund mangelnder Kenntnis der Sachverständiger in der Brücke zwischhen Recht und Behinderung nicht vornehmbar. Weiters ist – gemäß Sachverständigenpflicht – eine Objektivierbarkeit des Bedarfs aufgrund der Familienautonomie nicht zweckmäßig und wäre letzen Endes nicht verfassungskonform beurteilbar. Daher schlägt der Verein IHB entweder die Genehmigung des Jahresstundenmaximums gepaart mit guter und exakter Kontrolle der Verwendung nach Ablauf  des Zeitraums oder die Orientierung an den Zeitwerten der Statistik Austria vor.“

ALTERNATIV und richtiger hätte es auch heissen können:
Da es sich um einen Bedarf handelt, der nicht mit dem vom Verein IHB verwendeten Daten-Erhebungsmethoden kompatibel ist, ist eine Begutachtung nicht möglich. Zudem handelt es sich um einen Bedarf, der viele Rechtsfragen berührt, dessen Beantwortung jedoch dem Gutachter nicht zustehen. Einzig kann im Sinne der Objektivität auf Zeiterfassungserhebungen hingewiesen werden, wie sie etwa die Statistik Austria bietet.“

SO oder ähnlich hätte das Ganze lauten müssen: Man hätte sich Zeit erspart, hätte die eigene Inkompetenz nicht derartig offengelegt.
Aus meiner Sicht die dummste und verschriftlichte Form haben die beiden Gutachterinnen gewählt: Sie spielen den Ball an die Behörde zurück – hätten sie sich mit oben genannten Formulierungen ersparen können. SO durften wir wieder zwei Mitarbeiterinnen kennenlernen, die garantiert nicht geeignet sind und individuellen Hausverstandsbedarf  (IHB) benötigen und ihren Job beim Verein IHB so gar nicht verstanden haben.

Gesamt wirkt das Ganze für  mich so, als ob die MitarbeiterInnen – in der Summe kennen wir  nunmehr doch vier – die ähnlich professionell agierten, keine klaren Vorgaben über  ihren Auftrag UND ihre Grenzen haben UND erfuhren. Lösungsansätze stelle ich in Teil 10 vor.

Am 16.6.2019 gibt es „Gut?ACHTEN!!! – Teil 10“