Zunächst eine Definition von „anstrengend“: „ermüdend, strapaziös“

Diesmal haben wir es umgedreht, die – mehrheitlich – nicht behinderten Eltern bei den Grazer Mamas befragt – mit der Frage: „UNABHÄNGIG vom Alter der Kinder, setze bitte folgenden Satz fort: Am anstrengendsten mit Kindern finde ich…“

Die Antworten reichten von „laut sein“, „Pubertät“, „geduldig sein“ bis „Auf jede Antwort ein Warum bekommen“.

Soweit die Normalität

Würden wir selbige Frage behinderten Eltern stellen, würde ZUERST vermutlich sowas wie „Von A nach B kommen“ oder „Unterlagen/Alltagsinformation gut lesbar vorfinden“ .

Diese – jedenfalls untersuchenswerten – verschiedenen Empfindungen von „anstrengend“ lassen folgende Schlüssel zu:

  1. Das „Behinderungsanstrengende“ ist ZUSÄTZLICH zum „Normalanstrengenden“ zu sehen, denn zuvor kommt das Kind mit genannten Ausprägungen und ZUSÄTZLICH die „Behinderungsanstrengung“.
  2. Der „Behindertenalltag“ ist möglicherweise SO anstrengend, dass das „Normalanstrengend“ sowieso als solches nicht wahrgenommen wird.

Und was bedeutet das?

Da es unseres Wissens keine Anstrengungspflicht für behinderte Menschen, jedoch Grundrechte für alle Menschen – also auch behinderte Menschen – gibt, ist jedenfalls letzteren der „Vorzug zu geben“, geschützt nicht zuletzt durch Verfassung. Jegliche Bewertung von „zumutbarer Anstrengung“ ist im Sinne von Grundrecht sehr leicht zu beantworten.

Dadurch geht es dann auch nicht mehr darum, ob Unterstützung erleichtert, möglich macht oder sonst was: Behinderte Menschen sind so zu unterstützen, dass sie gleichbehandelt werden zu nicht behinderten Menschen – sagt die Verfassung sinngemäß. Alles andere ist zweck- und sinnlos.

FÜR DIE BEHINDERTEN ELTERN bedeutet, dass man es so (falsch) machen kann, wie wir es hier beschrieben haben und dieses Ergebnis erhalten kann oder man sich dessen bewusst, idealerweise IST, aber zumindest WIRD und entsprechend handelt.

Am 30.5.2011 gibt es „Ist die Assistentin eine Putzfrau?“