Sollen unsere Kinder zu Hause (früher) helfen (müssen)?

„Mei guat, dass eich die Kinder höffm kinan“ – derartige und ähnliche Dinge hören wir in unserer Gegenwart und meist im Beisein unserer Kinder sehr oft.  Ob dieses Setting sinnvoll ist, kann sich jeder für sich überlegen…

Uns geht es hier eigentlich um die Frage, ob denn unsere Kinder AUFGRUND UNSERER Behinderung früher helfen MÜSSEN?

Unsere subjektive Antwort lautet ganz klar NEIN:

  • – Weil wir gegen Parentifzierung sind.
  • – Weil wir gegen Kinderarbeit sind.
  • – Weil wir gegen Überlastung von Kindern sind.
  • Weil keiner auf die Idee kommen würde, sich von einem MINDERJÄHRIGEN Kind abhängig zu machen.

Nicht falsch verstehen: Normale, altersgerechte Hilf(stätigkeiten)(en) sind absolut ok und normal – auch bei uns. Dazu zählen wir jedoch nicht:

  • Beim Einkaufen Dinge suchen.
  • Post vorlesen
  • Wege suchen
  • Wohnungsgrundreinigung

Gerade zum letzten Punkt hören wir immer wieder: Aber das wäre ja wirklich kein Problem, das könnte man ja spielerisch verpacken. Gegenfrage: Ihr Kind fährt gerne mit dem BobbyCar – warum lenkt es dann nicht – spielerisch verpackt – auch ihr Auto?

Am 18.3.2018 gibt es „Eine Zeitung, zwei getrennte Leser“

 

Wenn Sohnemann technische Neuerungen bemerkt

Es war der 18.10.2017, als der ältere unserer Söhne völlig aus dem Zusammenhang fragt: Du, Papa, warum verwendet ihr nicht mehr das Gerät zum Lesen, das links neben dem Kinderzimmer steht?

Ich, Jakob, Vater vom älteren Sohn;-), wusste zuerst nicht, was er meinte, bis er „nachlegte“ und sagte: Das Ding, das so aussieht, wie dem Opa sein alter Radio.

Erraten, was er meinte?;-) Den ClearReader+

Ein super Teil, hatte einst absolut seine Berechtigung, in Zeiten von guter Texterkennung am Iphone, ist das nicht mehr notwendig. Diesen Umstand erklärte ich unseren Sohn in den Worten: Papa liest am Handy…

Am 11.3.2018 gibt es „Sollen unsere Kinder zu Hause (früher) helfen (müssen)?“

 

Schule – Teil 1: Schulsondierung

Unter dieser Überschrift werden wir die Schullaufbahn unserer Kinder dokumentieren, darüber sprechen, welche Barrieren uns als behinderte Eltern begegnen und welche Lösungen es (nicht?) gab.

Nicht nur Regierungen können sondieren, auch wir. Und das sogar sehr intensiv, wenn es um die Zukunft unserer Kinder geht.

Sondiert haben wir, wie hoffentlich alle Eltern, welche Schule am ehesten unserem Kind, seinen Fähigkeiten und Neigungen entspricht.

Sondiert haben wir, wie vielleicht mindest 90% der Elter nicht, weil eben nicht behindert, wie es mit der elterlichen Kommunikation (vulgo Mitteilungsheft) ablaufen wird, welche Materialen „im Spiel“ sein werden, von denen man erwartet, dass die Kinder damit zu Hause arbeiten und damit möglicherweise von den Eltern unterstützt werden müssen und sollten.

Mit diesen Fragestellungen haben wir drei Schulen gesucht, deren Leiterinnen kontaktiert und um ein Gespräch gebeten.

Alle willigten sofort ein und gaben uns um den Feber 2016 Gesprächstermine.

Alle waren sehr freundlich, die Zugänge zu unserer Konstellation höchst unterschiedlich: Drei Mal haben wir, zu Recht, gehört, dass die Schule die Unterstützung, die WIR als Eltern brauchen, um Elternschaft gut wahrnehmen zu können im Schulkontext, nicht bieten wird können. Das war uns von Beginn an klar und sahen und sehen wir ganz klar als unsere Aufgabe.

Beim Mitteilungsheft wurden uns Kommunikationsmöglichkeiten zugesagt, die gut funktionieren werden. Diese werden vorzugsweise Mail und WhatsApp sein.

Zwei interessante Aussagen:

  • Eine Direktorin empfahl uns, ins Odilieninstitut zu gehen, weil, wörtliches Zitat, „die dort mit Ihnen gut umgehen können“.
  • Eine weitere sagte sehr positiv und motiviert: Wie Sie wissen, redet die ganze Welt von Inklusion, beginnen wir sie, praktisch umzusetzen UND helfen Sie mir dabei.

Am 4.3.2018 gibt es „Wenn Sohnemann technische Neuerungen bemerkt“

 

 

Beschreibung ist gleich Beschreibung?

  1. Ein Bub sagt: „Hallo, schön dich zu sehen“.
  2. Man sieht einen Buben, der sagt: „Hallo, schön dich zu sehen“.
  3. Man sieht einen Buben, von dessen Mund eine blaue Sprechblase wegführt, in der steht: „Hallo, schön dich zu sehen“.

Unter welchen der drei oben genannten Beschreibungen können Sie sich am ehesten was vorstellen?

Wir vermuten, es ist Nummer 3, wenn die Beschreibung das Ziel haben sollte, möglichst viel von Grafikinhalten mitzubekommen.

Für uns kommt, bei der Umsetzung von Kinderbüchern (s. https://familieallinclusive.wordpress.com/2016/12/21/l-wie-lesen/ ), nur die dritte in Frage, weil sie am vollständigsten ist.

Warum? Weil überhaupt erst bei Nummer 3 klar wird, dass es sich um eine Sprechblase handelt, diese auch eine Farbe hat, d. h. alles Informationen, die (möglicherweise) bei der Interaktion beim Kinderbücher lesen interessant sein können…

Am 25.2.2018 gibt es „Schule – Teil 1: Schulsondierung“

Wer mit uns zwei spricht, hat drei Experten vor sich

„Experte in eigener Sache“ – ist einer der geflügeltsten Phrasen im Behindertenbereich.

Traurig, dass man das überhaupt betonen muss, denn es ist – so glauben wir – relativ normal, dass man sich selbst am Besten kennt. Und das dürfte auch für behinderte Menschen gelten.

Vor diesem Hintergrund hat jemand, der mit uns spricht, drei Experten vor sich:

  • Einmal mich, Jasmin, als Expertin über mich.
  • Einmal mich, Jakob, als Experte über mich
  • Einmal uns, Jasmin und Jakob, als „Zusammenwurf“ als Eltern und Familie.

Warum das hier steht?

Eine rechtliche und eine praktische Antwort:
1) Rechtlich denke man an Art. 7 B-VG und Art. 8 EMRK UND die darin sehr klar formulierten Rechte und Einschränkungen durch eigene mentale Schranken.
2) Aus der oben genannten Kombination (blind, sehbehindert, spastisch, drei Kinder) ergibt sich eine sinnvolle Bewertung, so eine solche notwendig ist, nur bei Situationsgleichheit. Wenn diese, die Situationsgleichheit, existiert, DANN kann das ein richtig cooler Austausch werden.
Auch ist gut und völlig legitim interessiertes Nachfragen.

Nur, dass mit der Bewertung bei Nicht-Gleichheit, lass ma das lieber. DAS gilt natürlich nicht nur für uns, sondern für ALLE (behinderten) Menschen…Denn: Für Nicht-Vergleichbarkeit braucht’s nicht einmal Kinder, sondern reichen Faktoren wie unterschiedliche Elternhäuser, Schullaufbahnen, Freundeskreise, Hobbies und und und…

Am 18.2.2018 gibt es „Beschreibung ist gleich Beschreibung?“

 

Wenn Assistentinnen glauben, unsere Kinder zu kennen

Es war im Dezember 2017, als der ältere unserer Söhne Lust auf Schokolade verspürte.

Diese „Lust“ war insofern inspiriert, dass wir zuvor ebenfalls Schokolade zum Verschenken kauften.

Und, wie sollte es anders sein, GENAU die zuvor gekaufte Schoko musste es sein.

Im Sinne des Weihnachtsfriedens willigte ich, Jakob, ein und wir machten uns auf den Weg. Die Assistentin kommentierte das mit den Worten: Aber, ich glaube, die wird er nicht mögen, denn das ist Pistazie.

Blöd nur, dass Sohnemann GENAU PISTAZIE liebt.

Die Moral der Geschichte

  • Die Assistentin hat klar ihre Grenzen überschritten.
  • Woher will die Assistentin das wissen?
  • Ein weiteres Beispiel, dass wir nicht fürs Reden und Einmischen, sondern fürs Mundhalten und Ausführen zahlen…

Am 11.2.2018 gibt es „Wer mit uns zwei spricht, hat drei Experten vor sich“

 

Was Assistenzstunden mit Auflaufformen zu tun haben

Ich, Jakob, koche.

Weil ich will, kann, soll und darf.

Ich backe auch Aufläufe – wie die anderen auch.

Ich benutze dazu Rezepte – wie die anderen auch.

Ich kann – wie die anderen NICHT – nur eine Hand wirklich nutzen beim Hineinschieben und Herausziehen aus dem Rohr.

Daher brauche ich seit 2017 dafür Assistenz.

Warum seit 2017?
Weil die Familie seither aus fünf Personen und einer größeren Auflaufform besteht, die nicht mehr einhandfähig ist.

Und die Partnerin kann das nicht machen?

Gegenfrage: Kochen Sie im Beisein des Partners? Wenn ja, sie Arme/r…;-) im Übrigen würde man das unter Betreuung verstehen…;-)
Nein, ist keine Option: Wir teilen Arbeit ganz partnerschaftlich, so wie das Politik will, auf

Auf zwei Auflaufformen aufteilen?

Zahlen Sie die zusätzlichen Energiekosten? Wenn ja, nutzen Sie bitte die Kontaktfunktion zur Besprechung der näheren Vorgehensweise. Danke!!!

Am 4.2.2018 gibt es „Wenn Assistentinnen glauben, unsere Kinder zu kennen“

Die Macht geht von der Familie aus

Wir haben schon vor längerer Zeit einmal berichtet, dass der Kindergarten des älteren Sohnes Eislaufen organisiert (https://familieallinclusive.wordpress.com/2017/01/18/nimm-2-zahl-1-funktioniert-nicht-teil-2-von-2/).

Am 10.1.2018 wäre es – beinahe – wieder soweit gewesen. Aber der Kindergarten musste es, zwei Tage zuvor, auf den 17.1.2018 verschieben.

Schön und gut, ist ja eigentlich nur abzuklären, ob eine/r von uns auch am neuen Datum Zeit hat – als Begleitung, als Elternteil.

STOPP! Ihr seid ja beeinträchtigt. Ja, und?

Heisst, dank unserer Organisationsform, dass wir nur abchecken müssen, ob die gleiche / eine andere Assistentin Zeit hat. That’s it.

Wieder mehrere Morialien

  • Nein, wir machen die Teilhabemöglichkeiten unseres Sohnes nicht von der Verfügbarkeit von EINER Assistenz abhängig.
  • Nein, der Kindergarten hätte nicht sollen, weil… Er hat den Termin verschoben – das kommt in Österreich sogar bei Wahlen vor…;-)
  • Über das „Umhängen“ unserer Kinder anderen Personen haben wir uns auch schon geäußert. https://familieallinclusive.wordpress.com/2017/08/13/wie-oft-ist-konzentration-teilbar/
  • Ein (weiteres) Beispiel dafür, dass (familiäre) Selbstbestimmung voraussetzt, dass Personalplanung und –suche von uns, den Betroffenen, ausgehen muss ODER ist ein Dienstleister wirklich im Stande binnen 48 Stunden umzuplanen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion für Austausch… DANKE!!!

Am 28.1.2018 gibt es „Was Assistenzstunden mit Auflaufformen zu tun haben“

 

 

Warum drei Löcher notwendig sind….beim Wäschekorb

Haben Sie eine Idee, warum ich, Jakob, drei Löcher für den Wäschekorb nicht lieber habe, nicht besser finde, nicht bevorzuge, sondern BRAUCHE?

Nein, haben sie nicht? Dann fragen Sie unseren 6jährigen Sohn ODER lesen sie weiter…

„Weil der Papa dann mit einer Hand den Korb nehmen kann, ohne, dass er auf der anderen Seite herunterfällt“, ist die Erklärung meines Sohnes…

Wenn Sie wieder einmal eine Frage haben, wir stellen gerne Kontakt zu unserem 6jährigen Sohn her. ER hat den Unterschied perfekt verstanden zwischen

  • brauchen
  • damit’s leichter geht und
  • jemand etwas lieber hat.

Darüber hinaus ist es ein weiteres Beispiel und eine Einladung dafür, Bedarfe und Möglichkeiten mit Kinderaugen zu sehen. Dabei kommen oft bessere Zugänge raus als bei irgendwelchen (pseudo)“fachlichen“ Zugängen…

Am 21.1.2018 gibt es „Die Macht geht von der Familie aus“.

Weißer Stock, weißer Schnee und Kinder

In diesem Beitrag sollte es um ergänzende Gedanken zum sehr lesenswerten Artikel von Lydias Welt gehen. Besonders der darin verschriftlichte Aspekt, dass sich die Geräuschkulisse verändert, ist ganz sicher richtig.

Und wie ist das, wenn die Kinder dabei sind?

Die Kinder freuen sich natürlich und kinderleicht über den Schnee. Die Kinder hören aber wegen Schnees sicher nicht zum Reden auf, d. h., sind eine zusätzliche Geräuschkulisse.

Daher, wenn es viel Schnee gibt, bewege ich, Jasmin, mich eher mit Taxi oder Assistenz.

Ich, Jakob, bin bekennender und hartnäckiger Feind des Schnees, da in diesem Fall die Gehbehinderung zusätzlich nicht sehr zweckdienlich ist, verwende somit oft die gleichen Strategien, Assistenz und Taxi, wie Jasmin.

Wir glauben, uns nicht zu weit hinauszulehnen, wenn wir sagen, dass das Sehbehinderung-Blindheit-Schnee-Kind-Setting keines ist, dass für die Fachwelt auch gut lösbar ist. Sollte dem nicht so sein und es GUTE und PRAXISORIENTIERTE Lösungsansätze geben, bitte die Kommentarfunktion nutzen. DANKE!!!

Am 14.1.2018 gibt es „Warum drei Löcher notwendig sind….beim Wäschekorb“