Gut?ACHTEN!!! – Teil 5

Zitat: „Etwa nach einer Stunde der Begutachtung beginnt Herr Mag. Putz immer wieder nach hinten zu einer auf der Wand angebrachten Uhr zu blicken…“

Ja, das tat er tatsächlich,  der Magister, denn sowohl telefonische Auskünfte der Behörde, als auch beim Verein selbst, ergaben eine Begutachtungsdauer einer Stunde. DANACH habe ich mich als Vater auch gerichtet und meine weiteren Pflichten eingeteilt.

Ja, ich weiß, man glaubt, dass „die Behinderten“ eh Zeit haben, aber dem ist eben nicht immer so. Außerdem war MIR nach dieser Stunde klar: Das Katz-Maus-Spiel soll ein Ende finden.

Was MICH daran interessiert hätte?
Was hat diese Zeitspanne Magisches an sich, dass es Erwähnung findet, im Gutachten, äh Schriftstück?

Wörtlich heisst es zudem: „Später geht Herr Mag. Putz nach Erinnerung durch die
Sachverständigen zielgerichtet zu dem am Boden befindlichen Teil, hebt dieses
zielsicher auf und legt es auf die Küchenablage.“

Ich werde das Gefühl nicht los, dass dieses und das obige Zitat dazu dienen hätte sollen, Sehbehinderung zu beschreiben. Auch das hätten die beiden Schlechtachterinnen und Nicht-Medizinerinnen durch eine Google-Recherche ziemlich leicht abdecken können: Bei Sehbehinderung geht es oft und viel um Kontrast, Größe, Entfernung und dem Zusammenspiel dieser Elemente. Hinzukommt noch „autovervollständigendes Weltwissen“.

Apropos: In der großen weiten Welt dauert die Ausbildung zum Augenarzt 6 Jahre. In der Steiermark machen das offensichtlich Psychologen und Pädagogen nebenbei mit.

Die beiden oben genannten – wörtlichen – Zitate erwecken für mich eher den Eindruck, als hätte man den so genannten LPF-Bedarf überprüfen wollen. Sollte dem so sein, so hätte das – dem schulischen Kontext entnommen – einen Namen: Themenverfehlung, die in einem späteren Beitrag noch genauer Thema sein wird.
Kurioses Detail am Rande: Von ca. 10jährgen Schülern verlangt man dessen Vermeidung – von erwachsenen Fachleuten nicht?

Wie es schneller hätte gehen können?
Hätten die beiden Gutachterinnen nur annähernd ein Wissen in den besprochenen Gebieten mitgebracht, wäre eine zielführendere und somit schnellere Gesprächsart möglich gewesen. Böse könnte man sagen: Da sie eigentlich nicht wussten, was sie fragen sollten, haben sie vermutlich – verständlicberweise – nach Anhaltspunkten gesucht, die sie annähernd verstehen – und nicht zuletzt wollte ich sie von DIESER Qual befreien.

Am 12.5.2019 gibt es „LIGRETTO – Wenn Schnelligkeit die Regel ist“

Gut?ACHTEN!!! – Teil 4

Zitat: „Aufgrund seiner Hemiparese / Spastik könne Herr Mag. Putz lt. seinen Angaben ein Texterkennungsgerät nicht ohne Hilfe bedienen.“

Abgesehen davon, dass sie – wieder einmal – nicht wussten, wovon sie sprachen, die beiden Gutachterinnen, hätte ich gerne gewusst, was ein Texterkennungsgerät ist.

Auch hier wieder: Technik, do kemma uns nix aus, gö?

Weiters dokumentiert dieses Beispiel, dass die Gutachterinnen ihr eigenes Schriftstück nicht sehr kohärent gestalteten: Texterkennungssoftware, Texterkennungsgerät – was jetzt?

Eine diesbezügliche Google-Recherche legt die Verwendung der so genannten Orcam nahe. Verwende ich jedoch nicht und werde ich auch nie und nicht.

Ja, zugegeben, klingt alles total intelligent, ist nur vollkommen falsch und hat mit meiner Lebensrealität nichts zu tun.

Ich wollte es genauer wissen und habe in der Facebook-Gruppe der „Grazer Mamas“, einer Gruppe mit über 10.000 Mitgliedern und verschiedenem Bildungsbiographien, nachgefragt, was diese unter einem Texterkennungsgerät verstehen. Dort konnte man mir es nicht beantworten. DAS kann ich auch gut verstehen, denn der Satz ohne weiteren Kontext macht schlicht keinen Sinn, nicht eimal in einem IHB-Gutachten.

Wenn wir weiters davon ausgehen, dass die Entscheidungsträger in Ämtern Menschen wie du und ich und keine Experten – denn sonst würden sie die Gutachter ja nicht brauchen – sind, so ergibt sich das Problem, dass ein Nicht-Experte (=Amt) aufgrund eines Zwar-Experten-aber-doch-Nicht-Experten (=zwei Gutachterinnen in diesem Fall) eine Entscheidung trifft, die er begründen sollte können oder zumindest aufschlussreich begründen muss können, warum er den gutachterlichen Ausführungen Glauben schenkt.

Da kann was nicht zusammengehen.

Lösungsvorschläge zu dieser Problematik bringe ich im Teil 10 dieser Serie – also Geduld…;-)

Am 5.5.2019 gibt es „Gut?ACHTEN!!! – Teil 5“

Wenn Ostern drei Wochen dauert

Es war Anfang April, als der jüngere Sohn bei einem Büchertisch im Kindergarten sich einige Bücher aussuchte. So gut, so normal.

Gedacht war es so, dass man Zettel ausfüllt und eine Sammelbestellung aufgegeben wird, die zeitnah vor Ostern kommt – so nicht für uns.

DENN: Wir mussten diese – die Bücher – bereits  vorher besorgen. Warum, wissen Sie vermutlich bereits: Richtig, um sie zu digitalisieren und, und, und…

Ihr hättten ja…
Ja, was denn? Früher besorgen? Haben wir getan.

Fragen/Schauen, ob sie adaptiert vorhanden sind? Unser Grund-Pessimismus in diesem Bereich sollte uns Recht geben, denn genau das haben wir, nicht zuletzt wegen dieses Berichts, gemacht. Richtig erraten, um sonst – vermutlich waren die Bücher schlicht zu neu. Und selbst wenn, dass DAS nicht immer DIE Lösung ist, haben wir bereits berichtet.

Am 28.4.2019 gibt es „Gut?ACHTEN!!! – Teil 4“

 

Gut?ACHTEN!!! – Teil 3

Zitat: Bis zur Einschulung seines Sohnes im September d.J. sei Herr Mag. Putz….

Ein an und für sich harmloser Satz mit ZWEI Fehler in der deutschen Sprache.

Mit „d.J.“ wollte  man vermutlich dem Schriftstück wenigstens sprachliche Intelligenz verpassen, leider ist das auch daneben gegangen: Aus dem Zusammenhang wollte man mit„d.J.“ „dieses Jahres“ ausdrücken, dann wäre  korrekt gewesen: „d. J.“.

Aber  vermutlich gibt es einen Landes-IHB-Duden, an den sich wiederum alle halten.

Weiters fehlt aus meiner Sicht ein Beistrich im Satz, der korrekt – inkl. oben genannter Abkürzungskorrektur – heissen müsste: Bis zur Einschulung seines Sohnes im September d. J., sei Herr Mag. Putz…

Also, fassen wir zusammen: Neben den inhaltlichen Mängeln, kommt noch Unkenntnis in Interpunktion (des is des mit die Beistrich und sou) hinzu.

Böse Zungen könnten nun sagen, dass das Erbsenzählerei meinerseits ist. Vor dem Hintergrund, dass es sich um bezahlte Lebensentscheidungsgrundlagen für eine Behörde handelt, ist korrekte Orthographie nicht sooooo eine hohe Erwartung.

Am 21.4.2019 gibt es „Wenn Ostern drei Wochen dauert“

 

Assistenz als ErziehungsWERKZEUG

Für die folgenden Ausführungen sind zwei Grundlagen notwendig:

  • Alles, was Sie nachfolgend lesen, lesen Sie aus der Erfahrung zweier behindeter Elternteile, d. h. jeder Vergleich kann auch nur anhand dieses Settings erfolgen.
  • Werkzeug ist definiert als „Gegenstand, mit dessen Hilfe etwas [handwerklich] bearbeitet oder hergestellt wird“. Heisst im Kontext: Das Werkzeug Assistenz stellt Barrierefreiheit für Aug‘, Arm und Bein her, um unnsere (Vorstellung von) Erziehung umzusetzen und wir leiten dieses Werkzeug an.

Dazu einige Beispiele:

  • Assistenz benötigen wir, um auf den Spielplatz zu gehen; dort beim Schauen (Jasmin) und Schauen und Klettern, Gleichgewicht halten beim Radfahren für die Tochter (Jakob).
  • Assistenz benötigen wir beim Vorlesen von Information, Beschreiben von Bildern.
  • Assistenz benötigen wir beim Einkaufen von Dingen für uns und die Kinder.
  • Assistenz benötigen wir beim Auffinden uns nicht bekannter Wege (vulgo Mobilität).

Erst, wenn in diesen Bereichen die Werkzeuge sichergestellt sind, erst dann können wir uns um unsere eigentliche Elternaufgabe, nämlich erzieherischen Vorstellungen, widmen, d. h. OB, WANN, WIELANGE, WARUM (NICHT) etwas passiert, ist Erziehung und entscheiden wir und NICHT unser Werkzeug, die Assistentin.

Rechtlich und trocken geht es bei oben genannten Beispielen genau um § 138, Z 1 und Z 4 ABGB: Versorgunng mit Nahrung u. v. m. und Förderung durch z. B. das Lesen (üben). Und um diese Versorgung und Förderung wahrnehmen, nicht delegieren, sondern warnehmen zu können, ist Assistenz die Grundlage.

Eine gute Erklärung, finden wir, liefert auch das Deutsche Ministerium für Arbeit und Soziales, wenn es um das bessere Verständnis oben zitierter Paragraphenstellen geht.

Würde das Wort „Hilfsmittel“ auch passen?
Sollte Ihnen Werkzeug nicht gefallen, können Sie gerne auch Hilfsmittel einsetzen, wenn Sie sich mit folgender Definition anfreunden können: „zum Ausgleich eines bestehenden körperlichen Defektes dienender Gegenstand„.
Kein Problem, wenn Sie für „Gegenstand“ den Begriff „Mensch“ einsetzen…;-)

Am 14.4.2019 gibt es „Gut?ACHTEN!!! – Teil 3“

 

Gut?ACHTEN!!! – Teil 2

In Fortsetzung zu Teil 1, bringe ich ein weiteres Beispiel.

Wörtlich: „Aufgrund der Sehbehinderung verwende Herr Mag. Putz im Alltag die
Texterkennungssoftware OCR.“

Dieser  Satz demonstriert, dass die beiden Gutachterinnen weder fachlich wissen, wovon sie reden, noch, WAS ich da verwende.

NICHT die Texterkennungssoftware heisst OCR, sondern steht OCR für „Optical Character Recognation“, was so viel wie Texterkennung bedeutet.

Diese offensichtliche Bildungslücke hätte  Wikipedia problemlos geschlossen, hätte  jedoch natürlich ein Hinterfragen des eigenen UNWissensstandes bedurft.

Folgender Satz wäre inhaltlich ungefähr gleich korrekt: Der Mann kauft sich das Auto car in Farbe red.

Am 7.4.2019 gibt es „Assistenz als ErziehungsWERKZEUG“

 

 

 

 

 

Gut?ACHTEN!!! – Teil 1

Wir haben immer wieder  von GutachterInnen berichtet, die effektiv darüber entscheiden, welche Leistungen behinderte Menschen (nicht) brauchen. Ja, wir wissen diese Aussage, ist unpräzis, weil die Beweiswürdigung bei der Behörde liegt und blablablablabla. Die Erfahrungen zeigen ein anderes Bild.

Daher werde ich, Jakob, anhand meines Gutachtens aus dem Oktober 2018 aufzeigen, was da drinnen steht, was nachweislich schlicht falsch, oder auch richtig ist.

Um die Materie nicht zu trocken zu gestalten, drehe ich es um, indem ich wörtliche Zitate aus dem Gutachten bringe und darauf aufbauend Erklärungen liefere.

Wörtlich: „Da sich der erhobene Unterstützungsbedarf ausschließlich durch Belange, die in Zusammenhang mit der Elternschaft stehen, ergibt und dies in der geltenden LEVO nach Stmk. BHG nicht angeführt ist, kann derzeit keine Empfehlung von Seiten des iHB-Sachverständigendienstes erfolgen. Es obliegt der Würdigung der Behörde, ob die Leistung „Persönliches Budget“ zuerkannt wird..“

Dabei handelt es sich noch um den richtigeren Teil, aber beginnen wir von hinten:

  • „Es obliegt der Würdigung der Behörde, ob die Leistung „Persönliches Budget“ zuerkannt wird.“
    Dies ist nicht sehr verwunderlich, DAS sollte es immer tun: Anhang der sogenannten Beweiswürdigunng, IST es IMMER die Aufgabe der Behörde, dass im konkreten Fall man so tut, als handle es sich um die Heilige Schrift bei den Gutachten, ist ein Missverständnis der  Gutachter UND Behörde.
  • „Da sich der erhobene Unterstützungsbedarf ausschließlich durch Belange, die in Zusammenhang mit der Elternschaft steheen, ergibt und dies in der geltenden LEVO nach Stmk. BHG nicht angeführt ist, kann derzeit keine Empfehlung von Seiten des IHB-Sachverständigendienstes erfolgen.“
    WEIL es um Elternschaft geht, sei das Gesetz nicht zuständig? Durch diese Überlegung beweisen die Gutachterinnen eine leider mangelhafte Textverständnis-Kompetenz, denn im verwendeten Material, das zur  Gutachtenerstellung herangezogen wurde, wurde auch ein Mail vom 17.7.2018 von mir an die Oberbehörde, in dem ich exakt diese Frage der Elternschaft stelle, erwähnt. Aus dem besagtem Mail heisst es, dass auch Elternschaft ein Thema sein kann, das zur Bemessung dient.
    Weiters nicht minder verwunderlich, dass die Abstraktionsfähigkeit schon so bald zu Ende ist, denn man könnte auch, und das würde dem Behinderten-Schachtel-Denken sicher nahe kommen, Elternschaft in die Teile Mobilität, Einkaufen, Teilhabe, Haushalt etc. zerlegen. Wie gesagt, DAS wäre dann aber schon sehr intelligent, jedoch zumindest einer der beiden Gutachterinnen zumutbar, die angegeben hat im Gespräch, selbst zwei erwachsene Kinder zu haben. Trotz erwachsener Kinder, glaube ich nicht, dass sich der Begriff, Sinn und Zweck von Elternschaft geändert hat. Auch ist mir keine rechtliche Quelle bekannt, die besagt, dass ein behindeter  Mensch in einem gewissen Bereich ein „Maximum“ an Unterstützungsbedarf haben darf, in einem anderem Bereich keinen. Diese Bewertung stünde Art. 7, Abs. 1 B-VG wohl eher dagegen.

Am 31.3.2019 gibt es „Gut?ACHTEN!!! – Teil 2“

 

 

Schule – Teil 6: Behinderte Eltern als Zusatzarbeit in der Schule?

Inklusion im uns bekannten Sinne wird entweder in Verbindung mit behinderten Kindern, die im Regelbetrieb – wie alle anderen – beschult werden sollen, oder erwachsene Menschen, die beruflich die gleichen Rechte und Chancen haben sollten, verwendet.

Was ist Inklusion, wenn behinderte Eltern, nicht behinderte Schüler haben? Eine vielleicht philosophische Frage, zugleich wirft sie jedoch eine bislang nicht sehr breit diskutierte Frage auf: Wer oder was ist dann für die Unterstützung der Eltern zuständig, dass sie am Schulleben normal teilnehmen können?

An einer Teilanwort versuchte sich telefonisch im April 2018 ein Jurist der Behörde, indem er meinte: Wenn es sich um eine öffentliche Schule handelt, dann die Schule. Zu seiner Verteidigung muss man vorausschicken, dass es sich dabei um einen Juristen handelt, der im Ursprung vom Schulrecht kommt.

Dabei kann ess sich jedoch nur um einen ersten Denk-VERSUCH gehandelt haben, denn dazu zwei Überlegungen:

  • Stellen Sie sich vor, in einer Klasse säßen zwei Kinder behindeter Eltern. Wer zahlt der Klassenlehrerin den (ZUSATZ)Aufwand? Wo hört dieser Zusatzaufwand auf?
  • Wer ist zuständig, wenn das Kind in eine private Schule geht?

Und diese zwei Fragen wären wahrscheinlich erst der Anfang, denn § 61 Abs. 1 Schulunterrichtsgesetz sagt unmissverständlich, dass die Eltern für einen guten Schulbesuch der Kinder (mit)verantwortlich sind. Daher endet diese Pflicht sicher nicht in der Schule, sondern reicht ganz klar in den Privatbereich.

Uns würde es NICHT wundern, wenn diese Fragen von betroffenen Eltern, von betroffenen  Nicht-Eltern und Angehörigen von Betroffenen jeweils anders beantwortet werden würde:

  • Betroffene Eltern: ICH muss eine Lösung finden, es liegt an mir, wenn ich keine finde.
    ODER
    Es wird mir schon wer helfen, schauen wir einmal.
  • Betroffene Nicht-Eltern: Bei mir hat’s auch der Lehrer gemacht, also warum nicht?
  • Angehörige: Gemeinsam mit Inklusions- und Klassenlehrer bringen wir das Kind schon durch.

Und unsere Antwort: In Wirklichkeit ist Schule normaler Teil, der Eltern betrifft, Schule hört nicht in der Schule auf, sondern reicht die für die Schule notwendige Unterstützung deutlich in den Privatbereich, wie Spielplatz gehen u. v. m.

Am 24.3.2019 gibt es „Gut?ACHTEN!!! – Teil 1“

Was uns nicht betrifft, betrifft uns doch

Wir haben bereits einmal darüber geschrieben, dass es nicht um uns, sondern uns um unsere Kinder geht. Zur darin sperrigen, aber notwendigen, Frage, ein Beispiel.

Würden wir nur für uns sein und z. B. Hilfe bei der Mobilität zu, sagen wir, unserem Fitnessstudio brauchen, wäre es unser Mobilitätsbedarf, den, wenn er sich wiederholt, man vermutlich nicht mit Assistenz abdecken genehmigen würde, sondern mit Mobilitätstraining. Ganz klar, denn die Kriterien dafür wären erfüllt: Selbiger Weg wird öfter gebraucht, also (er)lernt man ihn.

Nichts Anderes ist’s mit den Kindern: Wege, wie z. B. die Musikschule, betreffen uns nicht direkt selbst, aber doch: Denn im Sinne der Aufsichtspflicht wird  man den 4- und 7-Jährigen dorthin begleiten.

Spannend an dieser Frage wäre allerdings: Dürfte ich dafür Mobilitätstraining bekommen oder wäre es nicht möglich, weil es „nicht für mich“ ist. Sehr wahrscheinlich eine gleich haarige Frage, wie es anfangs auch in und bei der Assistenz war, würde bei genauerer juristischer Betrachtung sehr wahrscheinlich eine sehr glatzköpfige Antwort mit sich bringen.

In der Realität ist jedoch diese Frage gar nicht so spannend, weil es mit und bei Kindern fast immer um deutlich kurzfristigeren Wegebedarf geht, der vielleicht gar nicht oft anfällt, weil sich z. B. Interessen ändern und somit Wege wegfallen und somit es nur sehr zweitrangig darum gehen würde, […] sein Leben in seiner gewohnten oder gewählten Umgebung zu führen, […]. Schließlich ist die Umgebung der Kinder auch unsere Umgebung, nur, dass sie sich diese, die Umgebung, aussuchen. Und diese ist im schlimmsten Fall ganz Graz und mehr.
Daher dürfte assistierte Mobilität definitiv billiger sein in diesem Fall: Wege dann zu begleiten, wenn sie anfallen. Fallen diese öfters an, ist es dank guten Grundtrainings gut möglich, diese zu erlernen.

Am 17.3.2019 gibt es „Schule – Teil 6: Behinderte Eltern als Zusatzarbeit in der Schule?“

Mehrkind-Setting, Spielplatz, Freunde und Assistenz

Wir hören und lesen immer wieder, dass blinde und sehbehinderte „Elternkollegen“ davon berichten, mit Freunden auf den Spielplatz zu gehen und diese, die Freunde, beaufsichtigen die Kinder mit.

Schön, wenn man sich das ausredet, warum nicht.

Diese Vorgehensweise hat in folgender – realer – Situation seine Grenze erreicht: Drei Kinder, eines muss aufs Klo.

Im Sinne der natürlichen Beistandspflicht schaut die Freundin inzwischen auf zwei der Kinder. Eh klar.
Mit dem anderen gehe ich, Jasmin, aufs WC – mit der Assistentin, weil ich aufgrund der Spielplatz-Größe nicht (genau) weiss, wo es ist.

Ja, richtig beobachtet, ohne Assistentin müsste sich die Freundin teilen. Da ich hierfür noch keine strafefreie Freunde-Teilungs-Lösung gefunden habe, mache ich es weiterhin so, wie beschrieben.

Ja, auch richtig, gesetzlich wär’s wieder einmal Mobilität.

Nein, für mich ist es keine Option, mich bittend durch den Spielplatz zum WC zu fragen.

Am 10.3.2019 gibt es „Was uns nicht betrifft, betrifft uns doch“