Vorsicht bei der Aufsicht

Wir erleben immer wieder viele – mehr oder minder intelligente – Fragen rund um unser Sein mit Kindern. Weniger intelligent sind sie, wenn sie in die Richtung gehen, dass die Kinder auf uns aufpassen. Intelligent und meist berechtigt sind sie, wenn Menschen wissen wollen, wie wir denn dafür sorgen, dass den Kindern nichts passiert.

Wir stufen diese Gruppe von Fragen deshalb als ziemlich gescheit ein, weil es hier ganz klar um eine elterliche Pflicht – nämlich die Aufsichtspflicht – geht.

Wir ersparen Ihnen die genaue Definition davon, verweisen bei Interesse auf https://www.kindaktuell.at/baby-kleinkind/aufsichtspflicht-von-eltern.html

Und wie tut ihr jetzt?

  • HOFFENTLICH gleich wie alle anderen Eltern auch, räumen wir offensichtliche Gefahren weg oder in unerreichbare Höhen
  • HOFFENTLICH gleich wie alle anderen Eltern auch, lassen wir keine Fenster unbeaufsichtigt offen.
  • HOFFENTLICH gleich wie alle anderen Eltern auch, verbieten wir unseren Kindern, dass sie den Herd einschalten.

Und die Aufsicht gegenüber und von Dritten?
Zitierte Quelle weist ganz klar aus, dass die Aufsichtspflicht auch dahingehend besteht, dass die eigenen Kinder keine anderen Dritten gefährden dürfen. Ja, dass ist uns klar und versuchen wir natürlich, hoffentlich gleich wie alle anderen Eltern auch, bestmöglich zu vermeiden. In jenen Situationen, die uns unbekannt sind, ja, richtig, es ist Assistenz dabei…

Und wenn’s mal schnell gehen muss
Was wir auch immer wieder hören: OK, ich habe verstanden, die Assistentin beschreibt, ihr entscheidet, ihr tut, die Assistentinnen tun oder ihr werdet dabei unterstützt. ABER: Wenn’s mal schnell gehen muss und fragen, entscheiden usw. zu lange dauert?
Dann reagieren wir- wie hoffentlich alle anderen Menschen auch – aus einer Logik heraus, denn schließlich sind ALLE Menschen gem. § 95 StGB – unterlassene Hilfeleistung – verpflichtet, GEGENSEITIG in Notlagen zu helfen.

Zum Abschluss noch ein Schmankerl zu diesem Thema: Wir wurden ernsthaft gefragt, wie wir vermeiden, dass die Kinder nicht hoch auf den Kasten klettern. Gegenfrage: Was bräuchten sie dazu sicher? Richtig! Einen Sessel oder eine Leiter. Nein, falsch, die macht sehr wohl einen Lärm und den kann man sehr gut hören.

Zum Nachdenken
Laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, waren im Jahr 2016 91%(!) der Aufsichtspersonen während der Aufsicht abgelenkt, d. h. nicht aufmerksam (s. https://unfallstatistik.kfv.at/index.php/haushalt/kinderunfalle-auf-spielplatzen). Das bedeutet für die Angst der Aufsichtspflichtverletzung speziell bei behinderten Eltern:

  1. 91% der Aufsichtspersonen, die bei einem Unfall abgelenkt waren, sind behindert.
  2. Man braucht gar nicht behindert zu sein, dass etwas passiert ODER
  3. die Themen Aufsichtspflicht und behinderte Eltern gehören nachweislich gar nicht soooo eng zusammen.

Sollten wir schlecht recherchiert haben und es gibt tatsächlich eine Statistik über Unfälle durch die Nicht-Aufsicht durch behinderte Eltern, bitte nützen sie die Kontaktfunktion…DANKE!!!

Am 17.9.2017 gibt’s „Nur Sofortreinigung funktioniert – auch mit Kindern?“

 

 

 

Nicht um uns geht’s, sondern um unsere Kinder

Oft haben wir den Eindruck, dass Menschen (nur?) daran interessiert sind, wie WIR das mit unseren Kindern machen.

Aus unserer Sicht ist diese Frage jedoch unvollständig bis falsch. Denn DIE Frage muss, wenn es schon eine Frage sein muss, sein: WIE stellt ihr es an, dass EURE Kinder gleich aufwachsen, wie jene Kinder, die keine behinderten Eltern haben?

Zugegeben, eine etwas sperrige Frage, aber in diesem Fall würde die Kürze die Würze verlieren.

Dass diese Frage jedoch tatsächlich relevant ist, zeigt folgender Ausschnitt aus einem OGH-Urteil, in dem es um die Adoptionseignung blinder Eltern ging:

Dazu wird festgehalten, dass viele Kriterien sehr gut von Ihnen erfüllt werden. Für ein positives Prüfergebnis müssen die geforderten Kriterien jedoch in ihrer Gesamtheit so wie im Zusammenspiel erfüllt sein. Bedenken gibt es vor allem in folgenden Bereichen: Sicherheit, Pflege, Gesundheit, Erziehung, Förderung, Auseinandersetzung mit der Herkunft des Kindes und realistische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Insgesamt wurde festgestellt, dass Ihr Fokus in Ihrem Engagement und der Möglichkeit, Defizite zu kompensieren, liegt und ist weniger auf die Befindlichkeit eines Kindes, die mit Ihrer Beeinträchtigung als Werber im Zusammenhang steht, ausgerichtet. (https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Justiz&Dokumentnummer=JJT_20140717_OGH0002_0040OB00045_14T0000_000&ResultFunctionToken=e6645599-8f3d-48c2-b788-05d0d4191a5d&Position=1&Gericht=&Rechtssatznummer=&Rechtssatz=&Fundstelle=&AenderungenSeit=Undefined&SucheNachRechtssatz=False&SucheNachText=True&GZ=4Ob45%2f14t&VonDatum=&BisDatum=03.09.2014&Norm=&ImRisSeit=Undefined&ResultPageSize=50&Suchworte=)

Defizite zu kompensieren ist wichtig und richtig.
Defizite zu akzeptieren jedoch ebenfalls.

Dazu einige Praxisbeispiele, -fragen und –lösungen:

  • Ich, Jakob, habe für mich eine Methode gefunden, mit einer Hand Schuhbänder zu binden, d. h. ich habe eine Kompensation zur herkömmlichen Methode entwickelt.
    Falsch wäre aus meiner Sicht, diese, meine Methode, auch meinen Kindern zu lernen, sie haben schließlich zwei gesunde Hände. Meine Aufgabe, als Elternteil, ist es daher zu überlegen, wie ich es selbst mache oder organisiere, dass meine Kinder „normal“ lernen, Schuhe zu binden.
  • Ich, Jasmin, lese mit Braille.
    Falsch wäre, meinen Kindern Braille zu lernen, sodann sie überhaupt lesen lernen (können), schließlich sind sie ja nicht blind.
    Meine Aufgabe ist es jedoch, dafür Sorge zu tragen, dass meine Kinder gleich wie alle anderen lesen und schreiben lernen und dies gefördert wird. Weiters wird es meine Aufgabe sein, Möglichkeiten zu finden, wie ich gemeinsam mit meinen Kindern lese und schreibe.
  • Niemand von uns beiden fährt Auto.
    Falsch wäre, zu sagen, dass dies unsere Kinder auch nicht und nie brauchen. Wie alle anderen Eltern werden wir sie auch – zugegeben, dafür ist noch Zeit;-) – darin unterstützen und/oder Wege suchen, diese Unterstützung zu organisieren.

Diese Liste würde sich unendlich fortsetzen lassen…

Dieses Hinterfragen betrifft aus unserer Sicht natürlich auch die anderen angesprochenen Bereiche wie Sicherheit, Pflege etc.

Abschließend möchten wir SICHERHEITshalber auf das Thema (Kinder)Sicherheit in unserem Kontext eingehen, da dies – und das zeigt nicht nur dieses Urteil – offensichtlich DIE Sorge ist. Wir haben uns zu diesem Thema beispielsweise sehr subjektive Gedanken gemacht wie etwa:Wie sind wir sicher auf der Straße unterwegs, wenn das Kind dann geht?
Zusätzlich haben wir uns die sogenannte Bärenburg am LKH Graz (s. http://grosse-schuetzen-kleine.at/baerenburg/) angesehen, wo es genau und ausschließlich um dieses Thema geht.
Mit einem Wort: Wir haben uns – so glauben wir – sehr gut informiert und uns Gedanken gemacht – vor und während des ersten Kindes. Rückblickend war’s eine gute Info, am Besten ist jedoch noch immer: Einerseits vorsichtig zu sein, andererseits nicht zu übervorsichtig zu sein, jedoch wach und aufmerksam zu bleiben, um auf eventuelle Sicherheitsaspekte reagieren zu können.

Leider passiert mit Kindern ohnehin zu viel – dafür braucht’s nicht einmal behinderte Eltern!

PS: Um die anderen Bereiche drücken wir uns natürlich nicht;-):

  • Pflege und Gesundheit behanndelt folgender Blog-Beitrag:  https://familieallinclusive.wordpress.com/2016/12/04/g-wie-geburtsvorbereitung/
  • Erziehung und Förderung: Mental haben wir vermutlich zumindest dieselben Voraussetzungen wie der Großteil. Wenn es zur Umsetzung behinderungsbedingter Unterstützung bedarf, werden wir das artikulieren und gehen von dementsprechenden, gleichberechtigten Zugängen von Entscheidungsträgern aus…

Am 10.9.2017 gibt es „Vorsicht bei der Aufsicht“

 

Selbstbestimmung und vor dem vollen Band verhungern ODER sinnvolle Regeln und keiner verhungert?

Wir, Jasmin und Jakob, lieben Sushi. Wir, Jasmin und Jakob, gingen daher früher, als noch keine Kinder da waren, sehr viel Sushi essen. Wir, Jasmin und Jakob, gehen jetzt, wo wir Kinder haben, nicht mehr so viel Sushi essen. Wir, Jasmin und Jakob, glauben, dass das bei allen Eltern so ist.

Wir, Jasmin, Jakob und Kinder, gingen im Juli 2017 trotzdem wieder Sushi essen. Es kann vermutlich für Kinder nichts Schöneres geben, als das Wissen, dass man nehmen kann, wann und so viel man will. Und da setzt, so glauben wir, Jasmin und Jakob, auch (wieder) erzieherische Aufgabe ein, nämlich im Stoppsagen, wenn’s genug ist – nicht nur den Kindern gegenüber…;-)

Aber geht das überhaupt, wenn die Kinder still und heimlich nehmen, wir das vielleicht nicht oder nur schlecht mitbekommen?

Indem wir der Assistentin sagen, dass sie uns, wie bei einem Film, sagt, was von Kindern gegessen wird.

So geben wir keine erzieherische Entscheidung oder Aufgabe ab.

So sind wir es, die mit unseren Entscheidungen leben müssen.

So sind wir die „Bösen“, die den Kindern gegenüber Nein sagen.

So ist es auch für die Kinder klar(er), welche Aufgabe die Assistentin hat.

Und wann isst die Assistentin?
Dazu eine Abklärung und die wichtigere Frage: Für was ist die Assistentin (da)? Richtig, primär nicht, dass sie isst. Praktisch gesehen schauen wir immer, dass es sich trotzdem ausgeht. Und wenn einmal nicht, dann halt nicht…

Am 3.9.2017 gibt es „Nicht um uns geht’s, sondern um unsere Kinder“

 

Wäsche braucht Kontrolle

Es war ein heißer Juli-Tag.

Jüngerer Sohnemann ist und war immer kreativ, aufgeweckt und spart auch nicht mit der damit verbundenen Unberechenbarkeit, äh Kreativität.

So auch an besagtem Sommertag. Er beschloss, sich Kantwurst zu nehmen (die auf dem Tisch stand). Ja, das darf er schon ganz alleine – so antiautoritär erziehen wir…;-) Nur beschloss er offensichtlich, diese nicht selbst zu speisen, sondern verspürte offensichtlich auch die Waschmaschine Hunger, weshalb er diese, die Wurst, dieser, der Waschmaschine, fütterte.

Nichts ahnend von diesem Hungeranfall der Waschmaschine, habe ich, Jasmin, die Waschmaschine mit Wäsche befüllt und eingeschaltet.

Beim Aufhängen – das machen wir nicht selbst – warum werden sie bald lesen – durch die Assistentin sagte diese, dass die Wäsche komische Flecken hat. Für sie schauen diese wie eingewaschene Fettflecken aus.

Hieß für mich: Once again from the beginning – für die Wäsche.

Warum ich diese Geschichte erzählte

  • Solche Aktionen sind mit Kindern einfach möglich, wären nicht, wenn ich alleine lebte, schließlich essen SIE ihre Wurst auch, oder?
  • Ich habe wenig Lust, gleich wie sie vermutlich, meine Kinder und uns mit schmutzigem Gewand aus dem Haus zu schicken.
  • Ich bin nicht zu faul zum Wäsche waschen, aber würde ich die Flecken trotz waschen spüren, nun, dann, würde man vermutlich nicht von qualitativ hochwertigem Waschmittel sprechen.
  • Das ganze hat auch mit unserem „Anderssein“ nix zu tun?
    Ich habe am 20.7.2017 bei den „Grazer Mamas“ nachgefragt, was ihre Kinder so gar nicht zweckgemäß verräumen und/oder verwenden. Da kam alles: Brille im WC, Geld in der Waschmaschine, Schlüssel im Spielzeug und, und, und…Dürfte vermutlich demnach nicht sehr nur unsere Kinder betreffen.

Dieser beschriebene Kontrollmechanismus in Bezug auf Wäsche bezieht sich natürlich nicht nur auf Wurst, sondern können genau so Farbflecken oder was den Kindern sonst noch einfällt, sein.

Am 27.8.2017 gibt es „Selbstbestimmung und vor dem vollen Band verhungern ODER sinnvolle Regeln und keiner verhungert?“

 

 

Wie oft ist Konzentration teilbar?

Folgende Situation:

  • Drei Kinder: Jüngstes einige Monate alt, zweites fast 6 Jahre und mittleres knapp 3. Dies heißt in anderen Worten: Baby, aufgeweckter, dreijähriger Bub und Kindergartenkind. Bedürfnisse sehr verschieden.
  • Kindergartenfest des Älteren mit Buffetbetrieb

Ziel: Speisen am Buffet

Vorgehen der „normalen Welt“: Schauen, dass man Mittleren im Auge hat, Älterer wird mitversorgt oder versorgt sich selbst, das jüngste wird im Tragetuch getragen oder sitzt am Schoß. Sollten Sie das anders machen, nützen Sie die Kommentarfunktion, danke!!!!

Was Sie dabei aber eigentlich tun?

Sie warten am Buffet, bis sie dran sind. Währenddessen „beobachten“ Sie Mittleren UND inspizieren – bei freier Sicht – das Buffet. Auch hier, wenn Sie es nicht so machen, nützen Sie die Kommentarfunktion!

Ich, Jasmin, kann das so nicht machen: Weder sehe ich von der Ferne, was es am Buffet gibt, noch kann ich von der Ferne mein Kind beobachten.

Mit oder ohne Assistenz?
Ohne Assistenz – und dies ist hier eine reine Fiktion, denn so würde ich das NIE machen wollen – müsste ich mir jemanden suchen, der mir das Buffet „erklärt“ und mir dann was bringt UND darauf hoffen, dass meinen Kindern nichts passiert.

Mit Assistenz bitte ich die Assistentin, zu schauen, was es am Buffet gibt, wenn sie für sich was holt. Währenddessen kümmere ich mich um’s Kind. Hat sie für mich dann auch was geholt, essen wir und sie hat ein Auge auf Kind und kommentiert, gleich wie am Spielplatz, was das Kind tut.

Und warum jetzt nicht mit ohne Assistenz eigentlich?
Weil ich die Aufmerksamkeit zwischen Hilfesuche, Kinderbeobachtung und Zurechtfinden im Gelände nichtteilen kann. Glauben Sie nicht? Kein Problem. Beim nächsten Kindergartenfest bitte

  • 3 Kinder im Alter unserer Kinder besorgen od. selbst haben.
  • Augen verbinden und
  • Probieren.

Ich verspreche Ihnen, es funktioniert nicht! Auch nicht, wenn mir Mitmütter helfen würden wollen – diese haben wie gesagt oben beschriebene Ausgangslage selbst.

Am 20.8.2017 gibt es „Wäsche braucht Kontrolle“

 

 

 

 

Regen? Taxi!!!

Es war der 4.4.2017.

Im Nachhinein betrachtet, hätte ich, Jakob, und wir alle im Bett bleiben sollen. Es war zwar einigermaßen schön, das Wetter, aber hang bereits am Morgen Regen in der Luft.

Nun, was soll’s, stehen wir trotzdem auf.

Und so nahm der Tag auch seinen Lauf: Ich brachte Sohnemann in den Kindergarten, ging arbeiten, holte ihn um ca. 14:00 davon wieder ab, um ihn in den Musikkurs zu bringen. Schon dort ahnte ich Nasses…;-)

Aber ich sollte mich – vorerst – irren.

Selbst beim Hingehen zum Kursort fürs Abholen – noch keine Spur von Regen.

DOCH, als wir das Gebäude verließen, schüttete es aus Kübeln. Ich zückte das Telefon, rief Taxi und wir fuhren nach Hause.

Was das mit meinem Leben zu tun hat?
Ich rief Taxi, weil ich weiß, das Regen, der dadurch veränderte Lärmpegel, Sehbehinderung und Kind an der Hand so gar nicht zusammengeht.

Wer das nicht glaubt, Einladung zu einem Experiment
Vorbereitung:

  • Organisieren Sie sich, so nicht vorhanden ein Kind, das gerne und viel spricht – wetterunabhängig. So sie ein solches nicht haben, melden Sie sich umgehend.
  • Besorgen Sie sich eine Simulationsbrille, um das Restsehvermögen zu simulieren.

Zwei Versuchssettings zur Wahl

  1. Setzen Sie die Brille auf, beginnen Sie etwas zu lesen und bitten Sie ihr Kind, zeitgleich mit Ihnen zu sprechen.
  2. Ist 1) zu langweilig, können Sie auf’s Lesen verzichten, warten Sie, bis es regnet und gehen Sie dann mit Kind und Simulationsbrille raus.

Diese Erfahrungen sind sicher spannend…;-)

PS: Am 13.8.2017 gibt es „Wie oft ist Konzentration teilbar?“

Inklusive Zusammenarbeit zwischen Alt und Jung beim Wäschewaschen

Der ältere unserer Söhne interessiert sich schon seit geraumer Zeit für die Symbole, die auf den z. B. Pullovern draufgenäht sind, auf denen die Waschhinweise zu sehen sind. Er leistet sozusagen einen wertvollen, eigeninitiativen Beitrag zum Hausmanndarsein…;-)

Das kann so weit gehen, dass er Mamma und Papa einteilt, was den die Symbole heissen: Mir, Papa, hält er sie vor die Nase und sagt „Was ist das für ein Symbol“, mir Mama, versucht er durch Tasten diese Frage näher zu bringen.

Irgendwann mal hat er bemerkt, dass die Mama-Methode nicht gut funktioniert, also fokusierte er sich auf Papa. Der jedoch sieht diese kleinen Dinge auch nicht wirklich.

Bis März 2017. Nein, Papa wurde nicht normalsehend, hatte jedoch eine Idee: Man google „waschsymbole erklärung“ und gleich der erste Eintrag führt zu http://www.waschsymbole.de/pflegekennzeichen.html

Dank Touchscreen – die Maus von Papa, um nicht die Maus suchen zu müssen, sondern diese durch Touchen „zu sich zu bringen“ – tippt Sohnemann zielsicher aufs Symbol und Papa liest ihm, dank vergrößerter Schrift, den Text vor.

So einfach kann’s gehen, wenn man weiß wie…;-)

Am 6.8.2017 gibt es „Regen? Taxi!!!“

 

 

Ich kenne eine blinde Mutter, die…

Vorwiegend ich – Jasmin – höre immer wieder von Passantinnen: „Ich kenne eine blinde Mutter. Die ist sooooo selbstständig, macht alles alleine und und und“.

Meist lässt sich dann im Gespräch – da Graz nicht so groß ist und es nicht soooo viele blinde Mütter gibt – erfragen, wer gemeint ist. Meist kenne ich dann diese blinde Mutter auch – wenn oft nur vom Hören/Sagen.

Interessant finde ich, wie von EINER blinden Mutter, auf alle geschlossen wird, in welcher Geschwindigkeit das geht – eine Geschwindigkeit, die ich als gelernte Österreicherin absolut nicht kenne.

Warum solche Aussagen immer unvollständig bis falsch sind:

  1. Ist diese besagte Mutter geburtsblind? Ja oder Nein?
  2. Lebt sie alleine oder mit einem (sehenden) Partner?
  3. Hat sie ein oder mehrere Kinder?
  4. Welcher Mensch – ja man glaubt es kaum, auch von blinden Müttern werden die Kinder als Menschen bezeichnet – ist das Kind? Welche Interessen hat es (nicht) bzw. ist es z. B. (nicht) sportlich?
  5. Was möchte ich, als Mutter, meinem/n Kind(ern) vermitteln?

Diese Liste ist garantiert unvollständig, sollte jedoch illustrieren, dass diese „Liste“ an Fragen schon zeigt, dass es DIE blinde Mutter nicht gibt, weil auch – ja auch sie sind es – diese, die blinden Mütter, verschieden sind.

Und die Väter

Diese Gruppe dürfte einerseits eher klein sein, andererseits die öffentliche Wahrnehmung (noch) nicht gut erreicht haben.

Am 30.7.2017 gibt es „Inklusive Zusammenarbeit zwischen Alt und Jung beim Wäschewaschen“

 

„Wie viele Assistentinnen wohnen bei euch?“

Dabei handelt es sich um eine Frage, die nicht erfunden ist, sondern viel zu oft gestellt wird: Auf der Straße, von „Professionalisten“, von besorgten Müttern, von jedermann und jederfrau.

Die kurze Antwort: 0

Wer mit dieser Antwort nicht zufrieden ist, nachfolgende Fragen/Überlegungen – wir laden gerne ein, die Kommentarfunktion zur Diskussion zu nutzen:

  1. Glauben Sie, unseren Alltag gut verstanden zu haben, wenn sie sich diese Frage stellen?
  2. Welche (genauen) Tätigkeiten macht ihrer Meinung nach die Assistentin, die es erfordert in unserem Fall, dass sie bei uns wohnen müssten?
  3. Verwechseln Sie vielleicht diese Denkweise mit 24-Stunden-Pflege?

PS: Am 23.7.2017 gibt es „Ich kenne eine blinde Mutter, die…“

 

Assistenz ist nix fürs Telefon

Oder: Wie weit ist das Konzept der Persönlichen Assistenz in der inklusiven Realität shon angekommen?

Es war der 19.1.2017. Ich, Jakob, habe mir vorgenommen, ein Leihauto zu reservieren, weil wir (als Familie) beschlossen, einen Verwandtschaftsbesuch zu machen.

So weit, so normal und – so denken wir – üblich.

Mitnichten!

Als ich dies telefonisch erledigen wollte und erwähnte, dass der Vertragspartner zwar ich, ich jedoch nicht der Fahrer bin, war’s vorbei mit Inklusion, DENN ein Mieter ist entweder Fahrer oder nicht. Punkt.

Soweit die telefonische Auskunft.

Da ich jedoch schon einmal (bei diesem Unternehmen) Vertragspartner, jedoch nicht Fahrer war, versuchte ich mein Glück durch mein persönliches Erscheinen vor Ort.

Und, siehe da: Auf einmal durfte ich quasi alles: Vertragspartner und Zahler sein. Fairerweise muss dazu erwähnt werden, dass es vielleicht einleuchtend war, als ich der Dame erklärte, durch mein Nicht-Sehvermögen nicht einmal dafür garantieren zu können, das Gelände unfallfrei zu verlassen.

Die Moral der Gschichte
Was am Telefon nicht verstanden wurde, nämlich, dass ich zwar bezahlen kann und will, jedoch nicht fahren kann und will, war vor Ort durch Kommunikation möglich.

Merke: Oft braucht Inklusion direkte Kommunikation.

Am 16.7.2017 gibt es „Wie viele Assistentinnen wohnen bei euch?“