Lang ist’s her

Am 16. September vor drei Jahren haben wir begonnen, zu bloggen.

DANKE für die (Lese)Treue!!!

Als kleines Geschenk haben wir die Rubrik „JETZT ist schon wieder was passiert“ eröffnet, in der wir Unfälle mit und von Kindern dokumentieren werden, um dadurch einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, das belegbar die Unfallgefahr durch behinderte Eltern nicht belegbar und ein reines Vorurteil ist.

Am 22.9.2019 gibt es „Wie Technik unser Leben verändert hat“

 

Fehler sind auch behindert

Es war der 7.7.2019, ein Sonntag, als es um 7:00 an der Türe läutet. Einmal. Zweimal. Dreimal. Also, an einen Zufall nicht zu denken.

Es stand die Assistentin vor der Tür. Insoweit verwunderlich, weil Sonntag war und Ferien waren.

Warum? Weil ich, Jakob, über die Spracheingabe Siri 09:30 diktierte, Siri 7:00 hinschrieb und ich mir dies vor dem SMS-Senden nicht durchlas.

Fazit: Die Assistentin hat – richtiger Weise – nicht nachgedacht und -gefragt, sondern einfach getan. Im darauffolgenden Gespräch merkte sie – zu Recht – schon an, dasss ihr  das seltsam vorkam aber – Zitat – „wenn ihr das so wollt, dachte ich nicht drüber nach.“

Merke: Auch behinderte Menschen dürfen sich irren, man braucht sie davor nicht zu bewahren, die Konsequenzen haben sie, die behinderten Menschen, natürlich selbst(bestimmt) zu tragen.

Am 15.9.2019 gibt es „Lang ist’s her“

 

Fakten und Daten als NEIDTherapie

Wie schon öfter geschrieben, hören wir, wenn wir Bedarf artikulieren, immer wieder den Satz „Ich kann ja auch nicht…“ gefolgt von mehr oder minder zutreffenden Vergleichen.

Genau dieser Neidkrankheit wollen wir nunmehr Abhilfe schaffen: Durch Zahlen und Fakten.

Will heißen: Bevor Sie in Zukunft diesen Satz in den Mund nehmen, fragen Sie sich VORHER: „Warum glaube ich es nicht zu können? Gibt es Fakten (das ist das mit den Zahlen), wie das der Durchschnitt macht?“.

Erst, wenn dieses „Ich-kann-ja-auch-nicht“ die Zahlen und Fakten bestätigen, DANN dürfte was dran sein.

Ein Beispiel aus der Praxis.

Wir: Wir brauchen auf den Spielplatz Assistenz – circa zwei Stunden am Tag.

Gesprächspartner: Das sind dann über 700 Stunden im Jahr. Ich kann ja auch nicht immer auf den Spielplatz gehen.

So, helfen Sie uns helfen: Die Statistik Austria sagt zum Thema Spielplatz: Haupttätiger Weise machen das Mutter und Vater jährlich gesamt an 979,4 Stunden, d. h. wir liegen mit 700 Stunden deutlich unter dem Durchschnitt, sohin fällt an diesem Beispiel die „Ich-kann-ja-auch-nicht“-Aussage objektiv ins Wasser. Der Vollständigkeit halber: Wenn nun der Einwand kommt, es können sich doch nicht beide Elternteile haupttätlich am Spielplatz aufhalten: Wenn dies „nur“ die Mutter haupttätig und der Vater nebentätig tut, sind es dennoch  711,75 Jahresstunden – daher noch immer klar in der „statistischen Zone“.

MOMENT! Statistisch ist jedoch „Spielplatz“ und „Spielen mit Kindern“ zusammengefasst – dabei werdet ihr wohl nicht überall Hilfe brauchen
Offensichtlich fliesst das nicht nur bei uns ineinander – sonst hätte man es statistisch sicher auch getrennt dargestellt. Sollten Sie andere Daten haben, bitte um Kommentierung.

Sollte das Argument kommen, fürs Recherchieren keine Zeit zu haben, folgende Frage: Für Neid ist Zeit und auf Wissen wird geschi…..?

Fazit: Zahlen schützen gegen Neid und fördern Gleichberechtigung und Objektivität. Zudem helfen sie bei Falscheinschätzungen AUFGRUND VON SUBJEKTIVITÄTEN.

PS: Die Zeitverwendungen aus Deutschland zeigen diesbezüglich ein sehr ähnliches Bild.

PPS: Am 8.9.2019 gibt es „Fehler sind auch behindert“

Drehfussball

Es war der 12.4.2019, als der ältere der Söhne die wahre Liebe entdecke: Drehfussball.

Und da Liebe  gerade am Anfang gepflegt werden muss, um zu schauen, ob man „überhaupt zusammenpasst“, half ich, Jakob, ihm beim Pflegen dieses Kontakts.

Problem: Ich, eine voll funktionsfähige Hand, kann nicht zweihändig Drehfussball spielen, er, zweihändig, will nicht einhändig spielen.

Die Lösung: Die Assistentin spielt mit ihm – in meinem Beisein natürlich.

Hat(t)e er keine Freunde zum Spielen?
Darum geht’s nicht: Er war mit mir und Assistenz unterwegs, wollte Drehfussball spielen, daher diese Lösung – alleine ist’s schließlich langweilig und unmöglich, zu zweit Drehfussball zu spielen.

Ein echtes Beispiel für Ersatz von De– nicht mehr und nicht weniger.

Am 1.9.2019 gibt es „Fakten und Daten als NEIDTherapie“

Hitliste des Helfens

Wir haben schon zahlreiche Artikel geschrieben, in denen das Thema „Helfen“ Thema war.

Nachfolgend haben wir eine Hitliste des Helfens gesammelt, d. h. jene Themen und Tätigkeiten, wo Menschen glauben, dass sie uns  helfen:

  • Wenn ihr mal ein Auto braucht, dann meldet euch ruhig.
  • Soll ich mit den Kindern mal auf den Spielplatz gehen?
  • Braucht ihr einmal Hilfe beim Einkaufen?
  • Soll ich einmal lesen mit dem Sohn?
  • Kochen, kann ich euch da mal irgendwie helfen?

Lesen Sie diese  oben genannten  Zeilen bitte nochmals und denken Sie dabei: Sie sind Eltern, haben KindER, würde diese Hilfe helfen, wenn Sie Ihnen angeboten würde? Natürlich zur Zeit, an der der Helfer Zeit hat, eh klar – ist ja schliesslich gratis.

DAS würde Ihnen nicht helfen? DANN haben SIE auch verstanden, warum es uns für den oben beschriebenen Alltag nicht hilft!

Zudem gibt es bei diesen Hilfsangeboten ein Wörtchen, das Beachtung verdient: (ein)mal. Dieses deutet nicht unbedingt auf große  Bereitschaft zur relativen Dauerhaftigkeit hin: Weder irgendwann, noch eines Tages oder später bringt bei diesen Beispielen niemandem etwas – außer ihrer Gewissensberuhigung möglicherweise.
Zweifelsohne gibt es Szenarien, Orte und Vorstellungen, dieses Hilfsangebotsverständnis an den Mann oder die Frau zu bringen, für ein Leben wie du und ich mit einer Länge von 365 Tagen ist’s meist zuwenig.

Und was wäre nunmehr „richtiges Helfen“?
Wir denken, dass punktuelles, nicht selbst wählbares Helfen für jeden Menschen natürliche Grenzen hat – was auch dementsprechende Rechtssprechung bestätigt. Dort, wo die Selbstbestimmung des Unterstützten UND die zeitlichen Ressourcen des Unterstützers leiden, ist definitiv eine Grenze erreicht. Dieses Eingeständnis ist man sich gegenseitig schuldig.

Merke: Dinge der täglichen Normalität wie die obigen, unvollständigen Beispiele haben zu funktionieren , weil eben täglich. Bei nicht derartig normalpunktuellen Dingen ist ein punktuelles Helfen klarerweise kein Thema, ja für jeden normal, hoffentlich.

Am 25.8.2019 gibt es „Drehfussball“

 

 

Stänkern wir auf hohem Niveau?

Diese Frage – finden wir – ist absolut berechtigt und zugleich auch falsch, WENN man stänkern als „mit jemandem, etwas nicht einverstanden sein und daher – mehr auf versteckte, nicht offene Art – gegen ihn, dagegen opponieren“ versteht.

Denn: Wir tun es nicht heimlich, sondern – so denken wir – thematisieren wir Dinge, die ausschließlich dem Grundrechts- und Gleichheitsrechts-Gedanken entspringen (sollten). Außerdem, wer bloggt, so vermuten wir, tut das in Zeiten von Internet nicht sehr heimlich.

Und  das mit „hohem Niveau“?
Wenn man  Gleichberechtigung ernst nimmt, darf es keinen Niveauunterschied geben – komplizierter ist’s schon nicht. Denn: Gleichberechtigung orientiert sich NIE an Einzelvergleichen a la „Ich kann ja auch nicht…“, sondern mindestensfalls an statistisch-repräsentative Daten, so solche vorhanden.

Am 18.8.2019 gibt es „Hitliste des Helfens“

Läuse machen Schule

Dass Läuse sich in Kindergarten und Schule gut und gerne verbreiten, dürfte unumstritten sein. Wenn nicht, haben Sie entweder keine Kinder ODER Sie erinnern sich zu wenig gut an ihre eigene Kindheit. Sollte zweiteres der Fall sein, fragen Sie ihre Eltern.

Am 10.5.2019, 6:35 war es bei uns auch so weit: Eine SMS von der Lehrerin mit der Bitte um Läuse-Kontrolle.

Richtig beobachtet, zwei Stunden vor Schulbeginn. Was nun? Die in der Früh sowieso kommende Assistentin führt die Kontrolle durch.

Dass es mit der Läusekontrolle bei Sehbehinderung oder Blindheit nicht gut funktioniert, ist hier gut illustriert worden.

Aber ihr könntet ja…

…Ja, was denn? Den Schüler deshalb zu  Hause lassen? Nachbarn fragen?

Gegenbitte: Was Sie immer für Gegen-Vorschläge bringen, nennen Sie in den Kommentaren zumindest fünf Menschen, die es so machen, wie Sie glauben, dass wir es machen hätten sollen.

Alles Andere ist Theorie.

Am 11.8.2019 gibt es „Stänkern wir auf hohem Niveau?“

 

Übergriffigkeit ist nicht hilfsbereit

Es war der 2.5.2019.

Ich, Jasmin, fuhr mit meiner Tochter mit der Straßenbahn. Wie immer habe ich mich, als ich die Ansage hörte, in Richtung Tür – gemeinsam mit meiner Tochter – bewegt.

Die Tür, weil die Straßenbahn die Station erreichte, ging auf. Plötzlich griff von Außen jemand nach meiner Tochter.

Ich fragte lautstark was das sollte und bekam die Antwort, dass man denn nur helfen wollte.

DIESE „Hilfsbereitschaft“ hat sogar den Straßenbahnfahrer überrascht.

Ein herrlisches Beispiel zwischen Hilfsbereitschaft und Hilfszwang.

Am 4.8.2019 gibt es „Läuse machen Schule“

Schule – Teil 9: Das Schuljahr in Zahlen

Wir haben bereits über das erfolgreiche Schulende des ersten Jahres berichtet.

Zeitgleich haben wir auch berichtet, dass der für den Schulbesuch notwendige Bedarf FÜR UNS ALS ELTERN nicht ganz verstanden wurde.

Daher das Ganze nunmehr in Zahlen:

  • Das Schuljahr 2018/2019 hatte 185 Schultage
  • Sohnemann bekam gesamt 44 Blätter im Postfach, aufgrund dieser wir Eltern in irgendeiner Weise informiert wurden oder wir etwas – aufbauend darauf – etwas tun mussten.
  • 166 Blätter, die Sohnemann zu lesen, zu bemalen und auszufüllen hatte, teilte die Lehrerin aus.
  • 730 Seiten waren gesamt die Buchseiten, mit der Sohnemann arbeiten musste.

Also gesamt rund 940 Seiten, bei denen (meist) Vorlese- und/oder Digitalisierungsbedarf FÜR UNS bestand.

Zu den Seiten kommen noch für den Bereich Mobilität drei Schulausflüge im vergangenen Schuljahr.

Und das hätte man nicht komplizierter machen können?
Ja, klar! Wollten wir auch ursprünglich: Haben bei Verlage wegen digitaler Versionen, bei für behinderte Schüler zuständigen Stellen gefragt – leider negativ. Wäre zu einfach gewesen, daher mussten wir das selbst in die Hand nehmen. Fairerweise muss man sagen, dass die digitale Verfügbarkeit der Bücher nur die halbe Miete  gewesen wäre, denn Schulnachrichten und sonstige Blätter wären dennoch gewesen. Zudem – wie oben ersichtlich – ist das Thema Informations(beschaffung) nur EIN Thema, die darauf aufbauende Mobilität und sonstige Schullebenteilhabe wäre nicht umfasst – wir brauch(t)en EINE Struktur, die flexibel, bedarfsorientiert und niederschwellig ist.

 

 

 

 

Schule – Teil 8: Unverhofft kommt Bücher

Für uns war klar: Das Schuljahr unseres Sohnes für die zweite Klasse beginnt im März/April: Schulbücherliste erfragen, Bücher besorgen, digitalisieren und adaptieren – mit einem Wort: Schuljahr vorbereiten.

Aber knapp vorbei ist auch daneben.

Mitte März bekanen wir über unseren Sohn von der Lehrerin ausgerichtet, wir mögen in nächster Zeit vorbeischauen.

Liebe Eltern, gebt zu, DIESE Aufforderung ist meist keine Kaffeeinladung der Lehrerin…;-)

War es auch bei uns nicht: Sie hat uns die Bücher besorgt, um diese uns für oben genannte Zwecke zu borgen.

Ja, auch so kann’s gehen.

Am 21.7.2019 gibt es „Schule – Teil 9: Das Schuljahr in Zahlen“