Warum drei Löcher notwendig sind….beim Wäschekorb

Haben Sie eine Idee, warum ich, Jakob, drei Löcher für den Wäschekorb nicht lieber habe, nicht besser finde, nicht bevorzuge, sondern BRAUCHE?

Nein, haben sie nicht? Dann fragen Sie unseren 6jährigen Sohn ODER lesen sie weiter…

„Weil der Papa dann mit einer Hand den Korb nehmen kann, ohne, dass er auf der anderen Seite herunterfällt“, ist die Erklärung meines Sohnes…

Wenn Sie wieder einmal eine Frage haben, wir stellen gerne Kontakt zu unserem 6jährigen Sohn her. ER hat den Unterschied perfekt verstanden zwischen

  • brauchen
  • damit’s leichter geht und
  • jemand etwas lieber hat.

Darüber hinaus ist es ein weiteres Beispiel und eine Einladung dafür, Bedarfe und Möglichkeiten mit Kinderaugen zu sehen. Dabei kommen oft bessere Zugänge raus als bei irgendwelchen (pseudo)“fachlichen“ Zugängen…

Am 21.1.2018 gibt es „Die Macht geht von der Familie aus“.

Weißer Stock, weißer Schnee und Kinder

In diesem Beitrag sollte es um ergänzende Gedanken zum sehr lesenswerten Artikel von Lydias Welt gehen. Besonders der darin verschriftlichte Aspekt, dass sich die Geräuschkulisse verändert, ist ganz sicher richtig.

Und wie ist das, wenn die Kinder dabei sind?

Die Kinder freuen sich natürlich und kinderleicht über den Schnee. Die Kinder hören aber wegen Schnees sicher nicht zum Reden auf, d. h., sind eine zusätzliche Geräuschkulisse.

Daher, wenn es viel Schnee gibt, bewege ich, Jasmin, mich eher mit Taxi oder Assistenz.

Ich, Jakob, bin bekennender und hartnäckiger Feind des Schnees, da in diesem Fall die Gehbehinderung zusätzlich nicht sehr zweckdienlich ist, verwende somit oft die gleichen Strategien, Assistenz und Taxi, wie Jasmin.

Wir glauben, uns nicht zu weit hinauszulehnen, wenn wir sagen, dass das Sehbehinderung-Blindheit-Schnee-Kind-Setting keines ist, dass für die Fachwelt auch gut lösbar ist. Sollte dem nicht so sein und es GUTE und PRAXISORIENTIERTE Lösungsansätze geben, bitte die Kommentarfunktion nutzen. DANKE!!!

Am 14.1.2018 gibt es „Warum drei Löcher notwendig sind….beim Wäschekorb“

Wie selbstständig sind wir?

Diese und ähnliche Fragen bekommen wir nie. ABER: Man hört sie, wenn man genau hinhört.

Unsere Antwort: Unser Freund, der Duden definiert „selbstständig“ als „unabhängig von fremder Hilfe o. Ä.; eigenständig, nicht von außen gesteuert; in seinen Handlungen frei, nicht von andern abhängig“. 

Hand auf’s Herz, wollen Sie wirklich, dass WIR selbstständig Auto fahren? Wollen Sie wirklich, dass wir selbstständig im Geschäft herumirren und nach Wurst suchen? Letzteres ginge ohne Problem: Dazu müssten wir nur jedes Päckchen öffnen, angreifen, ev. Daran riechen – das war’s aber schon!;-) Unappetitlich? Mit Nichten, es geht ja um Selbstständigkeit!;-)

Wir glauben eher, dass es um Selbstbestimmung – definiert als „eigenständig, eigenverantwortlich, nach eigenem Willen“ – gehen muss. Dass unsere Vermutung nicht ganz falsch sein dürfte, zeigt auch der Umstand, dass die gesamte UN-Behindertenrechtskonvention Selbstständig(keit) nicht verwendet.

Warum diese Unterscheidung aus unserer Sicht auch so wichtig ist, zeigt der Umstand, dass aus fachlicher Sicht sehr oft alles auf Selbstständigkeit gesetzt wird, ignoriert werden dabei jedoch zwei wesentliche Punkte: Zeit und der mögliche Umstand, dass man sich nicht nur um sich selbst kümmern will und muss…

Apropos: Der besprochene Unterschied ist auch hier – von Experten in eigener Sache – gut erklärt: https://www.sl-stmk.at/de/was-wir-denken/selbstbestimmung-selbstaendigkeit.php

Am 7.1.2018 gibt es „Weißer Stock, weißer Schnee und Kinder“

 

 

 

 

 

Freiwilligenarbeit als Alternative zur Assistenz im Familienkontext?

Zu diesem Thema sehr, sehr lesenswert der Artikel von Lydia’s Welt: https://lydiaswelt.wordpress.com/2017/07/11/bezahlte-hilfe-oder-soziales-umfeld/

In Ergänzung dazu, erlauben wir uns, hier einige Fragen und Gedanken mit euch zu teilen.

Grundsätzlich stellt aus unserer Sicht Freiwilligenarbeit Fremd- VOR Selbstbestimmung, da der/die Freiwillige am Ende des Tages immer entscheiden wird, ob/wann/wie lange er/sie arbeiten möchte. Zugegeben, Selbstbestimmung, eine so eine Haarspalterei auch. Sorry für den Ausrutscher…

Wenden wir uns den Kindern zu: Im Assistenzkontext von Familien ist – und das ist sicher keine vollständige Liste – aus folgenden Gründen Freiwilligenarbeit abzulehnen:

  1. Es dürfte allgemeiner Konsens darüber bestehen, dass ein stabiles Umfeld für Kinder wichtig ist. Wer das nicht glaubt, hier haben wir bereits den Google-Suchbegriff vorbereitet, viel Spaß beim Feststellen, dass wir Recht haben…;-): https://www.google.de/search?site=&source=hp&q=kinder+stabiles+umfeld&oq=kinder+stabiles+umfeld&gs_l=hp.3…497.8055.0.8406.28.23.5.0.0.0.122.1945.20j3.23.0….0…1.1.64.hp..0.26.1888…0j0i131k1j0i10k1j0i22i10i30k1j0i22i30k1j33i160k1j0i8i13i30k1.F6m8iiz7zeQ Wenn nun gedacht wird, dass die Assistentinnen ja nur Werkzeuge zur Unterstützung von uns sind: Ja, das stimmt, jedoch lässt sich’s nicht vermeiden, dass sie, die Assistentinnen, mit den Kindern zu tun haben: Am Spielplatz, als durch uns angeleitete Unterstützung beim Basteln und und und.. Und daher dürfte es auch einleuchten, dass ständig wechselnde, nicht bezahlte Menschen, nicht der Innbegriff von stabil sein dürften.
  2. Die elterlichen Rechte werden durch diese, die Freiwilligenarbeit massiv eingeschränkt, da es nicht sehr oft möglich sein wird, auszusuchen, wer/was/wann macht. Upps, sorry, schon wieder Selbstbestimmungshaarspalterei…
  3. In Ergänzung zu 2), sei darauf hingewiesen, dass die Einschränkung der Eltern(Rechte) zugleich bei Minderjährigkeit die KINDERRECHTE eingeschränkt werden.
  4. Regelmäßigkeit mit gleichen Personal zu – durch die Eltern – vorgegebene Zeit wird dadurch sehr schwer möglich sein, v. a. an Wochenenden, Feiertagen etc.
  5. Angelehnt an die erwähnten Vorteile von Freiwilligenarbeit unter http://www.visioneers.berlin/single-post/2015/05/04/Die-9-gr%C3%B6%C3%9Ften-Vorteile-von-Freiwilligenarbeit, kann man diese auch hinterfragen: Erfahrung sammeln, Fähigkeiten ausprobieren, ein Gefühl der Erfüllung entwickeln, Einfühlungsvermögen verbessern, Spaß haben – sorry, aber alles Dinge, die in der Unterstützung bei der Wahrnehmung elterlicher Rechte und Pflichten absolut nichts verloren haben.
  6. Zu guter Letzt, und das sagt auch der oben zitierte Artikel sehr schön, geht es sehr oft um die Tendenz, durch die ach so wichtige Freiwilligkeit Dankbarkeit zu erwarten, ja einzufordern. Nein, unsere Kinder und wir sollten nicht dankbar(er) sein müssen als der Rest – das wäre dann nicht sehr gleichberechtigungsfördernd. Einzig dankbar soll in erster Linie das Konto der Assistentinnen sein – wie in jedem anderen Job auch…

Eine Pflichtübung zur Freiwilligenabhängigkeit
Wem oben Gesagtes nicht einleuchtet, folgende Übung:

  • Nehmen Sie eine Familie mit 1-3 Kindern.
  • Entnehmen Sie Ihrem Alltag GRUNDTätigkeiten, die auf jeden Fall sein müssen.
  • Die in 2) gewählte Tätigkeit funktioniert nur, wenn Sie die notwendige Unterstützung haben.
  • Suchen Sie Freiwillige, die bei der in 2) gewählten Tätigkeit zu ihrer Wunschzeit und an ihrem Wunschort unterstützen.
  • Schritt 4) muss mindestens 6 Monate durchgeführt werden, alles andere wäre dem Alltag viel zu fern und enthielte die Gefahr, dass es die ersten Wochen genau zu den oben genannten Dingen rund um die Freiwilligenarbeit führen würde.

 

Nutzen Sie die Kommentarfunktion – wir sind neugierig!

PS: Am 31.12.2017 gibt es „Wie selbstständig sind wir?“

 

Wer kümmert sich um uns?

Diese Frage hören wir immer wieder, wer denn sich um uns kümmert.

An dieser Frage merkt man, wie unbedacht oft und leider Wörter verwendet werden, denn was heißt den „kümmern“ eigentlich.

Der Duden sagt dazu:

1a. sich einer Person oder Sache annehmen; sich helfend, sorgend um jemanden, etwas bemühen

1b jemandem, einer Sache Aufmerksamkeit schenken; sich mit jemandem, etwas befassen (meist verneint)

  1. betreffen, angehen
  2. (von Lebewesen) schlecht gedeihen, sich nicht weiterentwickeln; verkümmern

Wie man sieht, ist das sehr breit definiert. Kommuniziert wird diese Frage – gepaart durch dementsprechenden Unterton – sehr, sehr oft mit „betreffen/angehen“ und „sorgend“.

Die Antwort auf die Frage von uns: Zu kümmern hat sich, gemäß der österreichischen Verfassung, der Staat/das Land darum, dass wir selbstbestimmt wählen können, wer, wann, was für uns macht. Der Rest ist unsere Sache…

Am 24.12.2017 gibt es „Freiwilligenarbeit als Alternative zur Assistenz im Familienkontext?“

 

Wenn Assistentinnen schon Assistenz gemacht haben

Suchen wir Assistentinnen, bewerben sich sehr oft Assistentinnen, die schon Assistenz geleistet haben. Meist bei körperbehinderten Menschen, oft auch bei und für blinde Menschen.

Was auf den ersten Blick als Vorteil erscheinen mag, ist sehr oft genau das Gegenteil von einem Vorteil.

Warum?

  • Es dürfte „Lernen am Modell“ (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialkognitive_Lerntheorie) eine Rolle spielen: Kennst einen Blinden, kennst alle.
  • Wenn Assistenz aufgrund einer „gegenteiligen“ Behinderung geleistet wurde, kann’s auch schwierig werden: Wir verstehen jeden Rollstuhlfahrer, der NICHT jeden Schritt beschreiben möchte, von Routinen immer wieder in Kenntnis gesetzt werden will – das ist anstrengend. DAS läuft bei uns jedoch anders: Wir wollen wissen, dass die Küche schmutzig ist. Wir wollen wissen, was in einem Brief steht, auch wenn es sich nur um Werbung handelt.

Die Lösung? Es kann NUR Aufgabe der Assistentin sein, sich komplett neu einzustellen. Wir können und dürfen sie nicht umprogrammieren. Dürften wir das, würden wir eine Gehirn-Amputation der Erinnerungs-Zone im Hirn veranlassen…;-)

Am 17.12.2017 gibt es „Wer kümmert sich um uns?“

Wenn Facebook Wege beschreibt

Es war der 12. Oktober 2017, als der Kindergarten per SMS mitteilte, wo’s beim Ausflug am 13. Oktober losging.

Nachdem wir nicht wussten, wo der Bus am Bahnhof genau wegfährt, fragten wir in einer Facebook-Gruppe nach, wo es wenige Minuten später hieß: „Kommt man von den Bahnsteigen und geht beim Spar raus, dann geht man nach links, über die Straße und rüber zu den Bushaltestellen. Dort ist es die erste Haltestelle vorne.“

Entsprechendes Grundwissen von dort vorausgesetzt, war DAS eine super Beschreibung.

Hätte es Facebook nicht gegeben – richtig, dann hätte die Lösung Taxi oder Assistenz geheißen…

Am 10.12.2017 gibt es „Wenn Assistentinnen schon Assistenz gemacht haben“

 

Barrierefreies Kindersesselsitzenfussball…made by zweijährigem Sohn

Es war der 19.12.2016.

Der jüngere unserer beiden Söhne lies es sich nicht nehmen, mit mir, Jakob, Fussball im Zimmer zu spielen.

Er setzte sich zielstrebig in den Türstock und bedeutete mir, ich möge mich an die Balkontür stellen. Gesagt, getan – schließlich geht’s ja um das Kindeswohl…;-)

Plötzlich brüllt er aus Leibes Kräften „Papa, warten“, geht zu einem Kindersessel, schreit „Du, weg“, schiebt den Sessel an die Balkontür und sagt: „Jetzt du besser spielen“.

AUCH DAS ist Fussball für alle made by einem zwei Jahre alten Kind…

Hintergrund: Körperbehinderungsbedingt ist das Hin-Sitzen auf einen Boden sehr beschwerlich, das Aufstehen ohne feurwehrliche Hilfe alles andere als gesichert…

Am 3.12.2017 gibt es „Wenn Facebook Wege beschreibt“ 

Barrierefreies Spielen – Copyright bei dreijährigem Sohn

Wer kennt das Lied „Kleine Uhren machen TickTack nicht?
Sie? Dann holen Sie diese Bildungslücke sofort nach!:-): https://www.youtube.com/watch?v=xQdtm-ymjPE

Denn darum geht’s im folgenden Beitrag.

Unser Dreijähriger liebt dieses Lied. Mit Mama spielt er es nach Anleitung (s. http://www.kinderturnstiftung-bw.de/bewegungsanregung-nr-3-bewegungslieder).

Mit Papa geht das wegen der Zweihandnotwendigkeit nur bedingt.

Aber, kein Problem – Sohnemann funktionierte es kurzer Hand um, indem er sich mit der Bauchseite auf meinen Schoss setzt, wenn’s „ringt“, dann lässt er sich nach hinten fallen und ich, Jakob, halte ihn mit einer Hand am Rücken.

Wie oft schon was passiert ist? 0,0 Mal…

PS: Am 26.11.2017 gibt es „Barrierefreies Kindersesselsitzenfussball…made by zweijährigem Sohn“

 

ER hat es verstanden, der 6jährige Sohn

Wenn Sie uns fragen würden, was sie von unseren Kindern lernen könnten, würde uns viel einfallen;-), aber fangen wir mal beim Verständnis und der Funktion von Assistenz an.

Es war der 16.9.2017, als der jüngere unsere Söhne zur Assistentin ging und sie fragte, ob sie ihm den Lutscher aufmacht.

Der sechsjährige Sohn verneinte dies mit den Worten: „Da musst du Papa fragen. Erst wenn er JA sagt, dann darf sie das“.

Wir denken, wenn ein sechsjähriges Kind die Funktion von Assistenz verstanden hat, dürfte das für Erwachsene, Gutachter und Behördenmitarbeiter auch ziemlich gut möglich sein.

Wenn sie es durch dieses Beispiel nunmehr (besser) verstehen, auch schön…;-) Wenn nicht, würden wir auch Schulung anbieten, die unsere Kinder halten würden, denn das ist wirklich kinderleicht zu verstehen…;-)

Am 19.11.2017 gibt es „Barrierefreies Kindersesselsitzenfussball…made by zweijährigem Sohn“