Wann WIR uns von Assistentinnen trennen (müssen)

Nachfolgend ein Thema, das sicher nicht zu den angenehmsten gehört, nämlich Dienstauflösung, die von uns ausgeht.

Dies war in den letzten 10 Jahren genau zeimal der Fall.

Die zwei Mal, bei denen wir als Arbeitgeber auflösen mussten, waren:

  • Eine Assistentin, die uns nicht mitteilte, dass sie nachtblind und somit bei Finsternis und Dämmerung NICHT Auto fahren darf.
  • Eine Assistentin, die einen zweiten Job hatte, für den sie viel Dienste übernahm und parallel die Dienste bei uns absagte. Nunmehr hat sie nur noch einen.

Was vielleicht verwundert?
Dass Gründe wie Unpünktlichkeit keine Gründe waren: Weil wir solche Themen einerseits als selbstverständlich erachten, andererseits, so wir uns bei der Selbstverständlichkeit nicht sicher sind, dies – wie berichtet – in Regeln verschriftlichen.

Und, wie hättet ihr in diesen Fällen reagiert?

Am 24.1.2021 gibt es „Wenn mangelnde Barrierefreiheit WC-Bedürfnisse behindert“

Das geht mit Assistenz schneller

Es war der 2.3.2017, 16:44.

Sohnemann hat schon den ganzen Tag davon gesprochen, unbedingt eine Schnur zu wollen.
Wofür?Tja, DAS wissen die Kinder – und die schweigen…;-)

Ich, Jakob, versprach ihm, das mit ihm nach dem Kindergarten zu machen.

Als es dann so weit war, schaute er mich an und sagte: „Kommt die Assistenz mit?“.
Ich verneinte.
Er: „Mit ihr sind wir aber schneller“.

Ein fünf Jähriger versteht, dass Assistenz was schneller möglich macht als ohne…Hm….Wie gesagt, fünf Jahre alt.

Gehen wir – zumindest bis zu einem bestimmten Alter;-) – von steigender Intelligenz mit zunehmenden Alter aus, nuuuuun…..Dann dürfte der Assistenzbedarf an diesem Beispiel endgültig klar sein…

Und wie habt ihr dann getan?
Ganz alleine, Vater-Sohn-Zeit sozusagen.
Schließlich kannte ich das Geschäft, es war noch vor Corona und Leute halfen in der Regel abstandslos.

UND – wenn alle Stricke gerissen wären – hätten wir es am nächsten Tag mit Assistenz gemacht.

Am 17.1.2021 gibt es „Wann WIR uns von Assistentinnen trennen (müssen)“

Die Assistentin diktiert…

…nein, nicht unser (Familien)Leben, sondern den Text, von dem wir vom 27.12.2020 bereits berichtet haben.

Wozu hat sie ihn dann barrierefrei gemacht?
Weil sie im ersten Schritt ihn unserem Sohn diktiert, im zweiten – wie berichtet – aufbereitet hat.

Ihr hättet ja im Vorhinein schauen können, wie er beisammen ist und danach handeln
DAS würde bedeuten, dass – in diesem Fall, Jakob, – einige  Zeit vorher die Unterlagen sichten hätte müssen, ob sie für mich nutzbar sind.
Nein, DAS mache ich nicht, weil – und bewusst nicht WENN – es anders geht: Man braucht uns nur die organisatorischen Instrumente dafür in die Hand drücken.
Ich mache es zuletzt deshalb nicht, weil DAS implizieren würde, dass ich im Vorhinein die Unterlagen kenne UND der Sohn diese „mit mir teilt“. DAS – so meine Beobachtung – ist eher unelterlich.

Vielmehr reagieren wir, wenn der Sohn unsere Hilfe braucht. Da kann es auch schon mal sein, dass die Barrierefreiheit erst der zweite Schritt ist.

Am 10.1.2021 gibt es „Das geht mit Assistenz schneller“

In sieben Minuten barrierefrei

Es war der 30.11.2020.

Home-beschoolter älterer Sohn hat ein Diktat diktiert zu bekommen.

Der dazugehörige Text auf Zettel.

Soweit, so jede Woche: Ich Jakob fotographiere den Text und kann ihn dann an Handy vergrößert anschauen.

NICHT so am 30.11.2020: Die Kopie ist zu schlecht, Kontrast nicht vorhanden.

Die Lösung: Die Assistentin tippt ihn ab und sieben Minuten später kommt 100% Teilhabe(möglichkeit) durch barrierefreien Text heraus.

Ja, ihr hättet ja…

…jemanden fragen können, ob er hilft?
GUUUUUUTE Idee in Zeiten von Kontaktvermeidung:

…jemanden das Bild schicken können und ums Abtippen bitten?
Echt eine gute und nachvollziehbare Idee. Problem nur: Die Assistentinnen wissen bereits, wie wir Texte  wollen und brauchen. Und das Motto „Warum einfach, wenn es kompliziert auch geht?“ ist zu „normalen Zeiten“ normal, jetzt muss das Motto: „So schnell wie möglich, so kontaktlos wie möglich, so barrierefrei wie nötig“ sein.

Am 3.1.2021 gibt es „Die Assistentin diktiert…“.

Leben unsere Assistentinnen gefährlich?

Nein, hier geht es nicht darum, welchen Gefahren sie bei und durch uns ausgesetzt sind, die Assistentinnen. Natürlich bewegen wir uns hier in einem legalen, versicherten Rahmen.

Viel mehr folgt nun eine Aufzählung dessen, was (durch und mit Kindern) schonmal passieren kann:

  • Assistentinnen müssen ihre Schuhe suchen, weil sie ihnen versteckt wurden.
  • Kinder schlüpfen in die Fussstapfen der Assistentinnen
  • Kinder ziehen die Jacken der Assistentinnen an.
  • Kinder räumen die Taschen, die die Assistentinnen am Boden stehen lassen, aus.

Und was wir dagegen tun?

Nichts, denn die oben genannten Beispiele sind (von) Kinder(n) leicht umgesetzt und können auch passieren, wenn dies nicht Assistentinnen, sondern normaler Besuch ist. Kinder eben…

Am 27.12.2020 gibt es „In sieben Minuten barrierefrei“

Wie viel darf die Assistentin dem Schüler helfen?

Situation:

  • Homeschooling für zwei Schüler.
  • Schulmaterial also for at home.
  • Behinderungen der Eltern – Gott sei dank und voll inklusiv – egal.
  • Schüler haben Dinge zu erledigen.

Genau SO war es in der zweiten Novemberwoche.

Sohnemann hat ein Rätsel zu lösen, bei dem vertikal 10 Buchstaben, horizontal 10 Buchstaben zu sehen sind, von denen er fünf Wörter, vertikal oder horizontal gelagert, herauszufinden hat.

Vier von den Wörtern findet er alleine, bei einem braucht er elterliche Hilfe.

Und, was tun die behinderten Eltern?
Die Assistentin bitten, das fünfte Wort FÜR SICH zu suchen, um dadurch sicherzustellen, ob es wirklich fünf gibt.

Was tut der schlaue Sohn?
Die Assistentin fragen, wo das Wort ist und wie es heisst.

Was tut die Assistentin?
Die Eltern fragen, ob sie das sagen darf.

Was tun die Eltern?
Die Frage verneinen – schließlich ist Assistenz keine Erleichterung – für niemanden. Gleichzeitig bitten sie die Eltern, ihm den Anfangsbuchstaben zu sagen. Als das noch zu wenig ist, erlauben sie ihr weiters, ihm die Zeile des Anfangsbuchstabens zu sagen.

Und schon ist es gefunden, das Wort.

Am 20.12.2020 gibt es „Leben unsere Assistentinnen gefährlich?“

Warum mitdenken verboten ist

Wir haben an dieser Stelle schon viel – indirekt und direkt – darüber berichtet, was uns in Bezug auf die Führung der und die Kommunikation mit den Assistentinnen wichtig ist.

Dabei haben wir auch viel Diskussion verursacht, weil wir – zum Beispiel durch Regeln – versuchen, relativ klar zu sein und zu führen, um dadurch Diskussion möglichst wenig Platz zu geben.

Nachfolgend eine wahre Geschichte, die demonstriert, dass dennoch versucht wird, für und mit uns zu denken – das oft daneben geht.

Es war der 20.11.2020.

Ich, Jakob, habe für zwei Tage Assistenzgesuche ausgeschrieben – ein an und für sich sehr alltäglicher Vorgang.

Kommt plötzlich ein Anruf einer Assistentin, dessen Dialog ich hier wörtlich wiedergebe:

Assistentin: Du, du hast dich da vertan, denn da habe ich Dienst.

Ich: Ok? Frage: Was, wenn wir getrennt voneinamder Assistenz benötigen?

Assistentin: Ich dachte nur, dass ihr eh durch mich versorgt seid.

Ich: Selbst, wenn das stimmte, sind wir zwei Personen, oder?

Assistentin: Ja, das schon, aber (PAUSE)

Ich: Aber was?

Assistentin: Sorry, aber ich dachte, ich denke da mit für euch.

Ich: Du sprichst über DAS Problem ohnehin sehr offen. Du denkst mit. Denken tun wir selber, wenn dabei Fehler passieren, ist’s unser Problem.

Nein, wir finden das nicht lieb, dass für uns da wer mitdenkt, weil DAFÜR müsste die gesamte Situation/Planung bekannt sein. Daher ist’s  nur Zeitaufwand und verschwendete Lebenszeit.

Am 13.12.2020 gibt es „Wie viel darf die Assistentin dem Schüler helfen?“

Hilfe?Ja gerne, wann wir wollen und sie brauchen

Wir haben uns bereits Gedabnken über Freiwilligenarbeit  und die Un-Möglichkeit in unserem Kontext gemacht.

Einige Male wurde wir darauf hin gefragt, ob wir das WIRKLICH nicht wollen.

Die Antwort: Ja, können wir schon machen, aber nur, wenn das in den nächsten Jahren funktioniert, WANN WIR wollen.

Alles andere gleicht Freiwilligenarbeit und darüber haben wir schon geschrieben.

Und: In Zeiten von Corona – wo Kontakt vermeidend zu handeln ist – möchten weder wir viel wechselnden Kontakt, noch Dritte vermutlich groß Kontakt mit einer 6-köpfigen Familie haben wollen, nur, um davon auch nichts bezahlt zu bekommen für die Unterstützung.

Am 29.11.2020 gibt es „Wurstfederschachtel“

Was ich an mir kann, kann ich möglicherweise bei den Kindern nicht

Im Nachfolgenden geht es um ein Beispiel aus der Praxis, dass es Dinge gibt, die möglicherweise bei mir, Jakob, selbst ganz gut gehen, solange sie mich betreffen.

Beispiel Jacke zumachen: Für mich selbst mache ich das – meist – da sehr vom Reisverschluss abhängig – mit Hilfe der ZäMuHä-Kombination – also mit Zähne, Mund und Hände.

Und das sollte bei Kindern nicht funktionieren?
Nein, weil die Richtung, die Größe und nicht zuletzt die Größe der Gewänder anders sind. – davon abgesehen bin ich, wenn ich die Jacke für mich schließe, immer relativ ruhig – sind Kinder das auch?

Und Jasmin?
Macht es – für mich – wenn sie da ist. Wenn nicht, dann eben nicht – und es tut Assistenz.

Am 22.11.2020 gibt es „Hilfe?Ja gerne, wann WIR wollen und sie brauchen“