Beschreibung ist gleich Beschreibung?

  1. Ein Bub sagt: „Hallo, schön dich zu sehen“.
  2. Man sieht einen Buben, der sagt: „Hallo, schön dich zu sehen“.
  3. Man sieht einen Buben, von dessen Mund eine blaue Sprechblase wegführt, in der steht: „Hallo, schön dich zu sehen“.

Unter welchen der drei oben genannten Beschreibungen können Sie sich am ehesten was vorstellen?

Wir vermuten, es ist Nummer 3, wenn die Beschreibung das Ziel haben sollte, möglichst viel von Grafikinhalten mitzubekommen.

Für uns kommt, bei der Umsetzung von Kinderbüchern (s. https://familieallinclusive.wordpress.com/2016/12/21/l-wie-lesen/ ), nur die dritte in Frage, weil sie am vollständigsten ist.

Warum? Weil überhaupt erst bei Nummer 3 klar wird, dass es sich um eine Sprechblase handelt, diese auch eine Farbe hat, d. h. alles Informationen, die (möglicherweise) bei der Interaktion beim Kinderbücher lesen interessant sein können…

Am 25.2.2018 gibt es „Schule – Teil 1: Schulsondierung“

Wer mit uns zwei spricht, hat drei Experten vor sich

„Experte in eigener Sache“ – ist einer der geflügeltsten Phrasen im Behindertenbereich.

Traurig, dass man das überhaupt betonen muss, denn es ist – so glauben wir – relativ normal, dass man sich selbst am Besten kennt. Und das dürfte auch für behinderte Menschen gelten.

Vor diesem Hintergrund hat jemand, der mit uns spricht, drei Experten vor sich:

  • Einmal mich, Jasmin, als Expertin über mich.
  • Einmal mich, Jakob, als Experte über mich
  • Einmal uns, Jasmin und Jakob, als „Zusammenwurf“ als Eltern und Familie.

Warum das hier steht?

Eine rechtliche und eine praktische Antwort:
1) Rechtlich denke man an Art. 7 B-VG und Art. 8 EMRK UND die darin sehr klar formulierten Rechte und Einschränkungen durch eigene mentale Schranken.
2) Aus der oben genannten Kombination (blind, sehbehindert, spastisch, drei Kinder) ergibt sich eine sinnvolle Bewertung, so eine solche notwendig ist, nur bei Situationsgleichheit. Wenn diese, die Situationsgleichheit, existiert, DANN kann das ein richtig cooler Austausch werden.
Auch ist gut und völlig legitim interessiertes Nachfragen.

Nur, dass mit der Bewertung bei Nicht-Gleichheit, lass ma das lieber. DAS gilt natürlich nicht nur für uns, sondern für ALLE (behinderten) Menschen…Denn: Für Nicht-Vergleichbarkeit braucht’s nicht einmal Kinder, sondern reichen Faktoren wie unterschiedliche Elternhäuser, Schullaufbahnen, Freundeskreise, Hobbies und und und…

Am 18.2.2018 gibt es „Beschreibung ist gleich Beschreibung?“

 

Wenn Assistentinnen glauben, unsere Kinder zu kennen

Es war im Dezember 2017, als der ältere unserer Söhne Lust auf Schokolade verspürte.

Diese „Lust“ war insofern inspiriert, dass wir zuvor ebenfalls Schokolade zum Verschenken kauften.

Und, wie sollte es anders sein, GENAU die zuvor gekaufte Schoko musste es sein.

Im Sinne des Weihnachtsfriedens willigte ich, Jakob, ein und wir machten uns auf den Weg. Die Assistentin kommentierte das mit den Worten: Aber, ich glaube, die wird er nicht mögen, denn das ist Pistazie.

Blöd nur, dass Sohnemann GENAU PISTAZIE liebt.

Die Moral der Geschichte

  • Die Assistentin hat klar ihre Grenzen überschritten.
  • Woher will die Assistentin das wissen?
  • Ein weiteres Beispiel, dass wir nicht fürs Reden und Einmischen, sondern fürs Mundhalten und Ausführen zahlen…

Am 11.2.2018 gibt es „Wer mit uns zwei spricht, hat drei Experten vor sich“

 

Was Assistenzstunden mit Auflaufformen zu tun haben

Ich, Jakob, koche.

Weil ich will, kann, soll und darf.

Ich backe auch Aufläufe – wie die anderen auch.

Ich benutze dazu Rezepte – wie die anderen auch.

Ich kann – wie die anderen NICHT – nur eine Hand wirklich nutzen beim Hineinschieben und Herausziehen aus dem Rohr.

Daher brauche ich seit 2017 dafür Assistenz.

Warum seit 2017?
Weil die Familie seither aus fünf Personen und einer größeren Auflaufform besteht, die nicht mehr einhandfähig ist.

Und die Partnerin kann das nicht machen?

Gegenfrage: Kochen Sie im Beisein des Partners? Wenn ja, sie Arme/r…;-) im Übrigen würde man das unter Betreuung verstehen…;-)
Nein, ist keine Option: Wir teilen Arbeit ganz partnerschaftlich, so wie das Politik will, auf

Auf zwei Auflaufformen aufteilen?

Zahlen Sie die zusätzlichen Energiekosten? Wenn ja, nutzen Sie bitte die Kontaktfunktion zur Besprechung der näheren Vorgehensweise. Danke!!!

Am 4.2.2018 gibt es „Wenn Assistentinnen glauben, unsere Kinder zu kennen“

Die Macht geht von der Familie aus

Wir haben schon vor längerer Zeit einmal berichtet, dass der Kindergarten des älteren Sohnes Eislaufen organisiert (https://familieallinclusive.wordpress.com/2017/01/18/nimm-2-zahl-1-funktioniert-nicht-teil-2-von-2/).

Am 10.1.2018 wäre es – beinahe – wieder soweit gewesen. Aber der Kindergarten musste es, zwei Tage zuvor, auf den 17.1.2018 verschieben.

Schön und gut, ist ja eigentlich nur abzuklären, ob eine/r von uns auch am neuen Datum Zeit hat – als Begleitung, als Elternteil.

STOPP! Ihr seid ja beeinträchtigt. Ja, und?

Heisst, dank unserer Organisationsform, dass wir nur abchecken müssen, ob die gleiche / eine andere Assistentin Zeit hat. That’s it.

Wieder mehrere Morialien

  • Nein, wir machen die Teilhabemöglichkeiten unseres Sohnes nicht von der Verfügbarkeit von EINER Assistenz abhängig.
  • Nein, der Kindergarten hätte nicht sollen, weil… Er hat den Termin verschoben – das kommt in Österreich sogar bei Wahlen vor…;-)
  • Über das „Umhängen“ unserer Kinder anderen Personen haben wir uns auch schon geäußert. https://familieallinclusive.wordpress.com/2017/08/13/wie-oft-ist-konzentration-teilbar/
  • Ein (weiteres) Beispiel dafür, dass (familiäre) Selbstbestimmung voraussetzt, dass Personalplanung und –suche von uns, den Betroffenen, ausgehen muss ODER ist ein Dienstleister wirklich im Stande binnen 48 Stunden umzuplanen? Nutzen Sie die Kommentarfunktion für Austausch… DANKE!!!

Am 28.1.2018 gibt es „Was Assistenzstunden mit Auflaufformen zu tun haben“

 

 

Warum drei Löcher notwendig sind….beim Wäschekorb

Haben Sie eine Idee, warum ich, Jakob, drei Löcher für den Wäschekorb nicht lieber habe, nicht besser finde, nicht bevorzuge, sondern BRAUCHE?

Nein, haben sie nicht? Dann fragen Sie unseren 6jährigen Sohn ODER lesen sie weiter…

„Weil der Papa dann mit einer Hand den Korb nehmen kann, ohne, dass er auf der anderen Seite herunterfällt“, ist die Erklärung meines Sohnes…

Wenn Sie wieder einmal eine Frage haben, wir stellen gerne Kontakt zu unserem 6jährigen Sohn her. ER hat den Unterschied perfekt verstanden zwischen

  • brauchen
  • damit’s leichter geht und
  • jemand etwas lieber hat.

Darüber hinaus ist es ein weiteres Beispiel und eine Einladung dafür, Bedarfe und Möglichkeiten mit Kinderaugen zu sehen. Dabei kommen oft bessere Zugänge raus als bei irgendwelchen (pseudo)“fachlichen“ Zugängen…

Am 21.1.2018 gibt es „Die Macht geht von der Familie aus“.

Weißer Stock, weißer Schnee und Kinder

In diesem Beitrag sollte es um ergänzende Gedanken zum sehr lesenswerten Artikel von Lydias Welt gehen. Besonders der darin verschriftlichte Aspekt, dass sich die Geräuschkulisse verändert, ist ganz sicher richtig.

Und wie ist das, wenn die Kinder dabei sind?

Die Kinder freuen sich natürlich und kinderleicht über den Schnee. Die Kinder hören aber wegen Schnees sicher nicht zum Reden auf, d. h., sind eine zusätzliche Geräuschkulisse.

Daher, wenn es viel Schnee gibt, bewege ich, Jasmin, mich eher mit Taxi oder Assistenz.

Ich, Jakob, bin bekennender und hartnäckiger Feind des Schnees, da in diesem Fall die Gehbehinderung zusätzlich nicht sehr zweckdienlich ist, verwende somit oft die gleichen Strategien, Assistenz und Taxi, wie Jasmin.

Wir glauben, uns nicht zu weit hinauszulehnen, wenn wir sagen, dass das Sehbehinderung-Blindheit-Schnee-Kind-Setting keines ist, dass für die Fachwelt auch gut lösbar ist. Sollte dem nicht so sein und es GUTE und PRAXISORIENTIERTE Lösungsansätze geben, bitte die Kommentarfunktion nutzen. DANKE!!!

Am 14.1.2018 gibt es „Warum drei Löcher notwendig sind….beim Wäschekorb“

Wie selbstständig sind wir?

Diese und ähnliche Fragen bekommen wir nie. ABER: Man hört sie, wenn man genau hinhört.

Unsere Antwort: Unser Freund, der Duden definiert „selbstständig“ als „unabhängig von fremder Hilfe o. Ä.; eigenständig, nicht von außen gesteuert; in seinen Handlungen frei, nicht von andern abhängig“. 

Hand auf’s Herz, wollen Sie wirklich, dass WIR selbstständig Auto fahren? Wollen Sie wirklich, dass wir selbstständig im Geschäft herumirren und nach Wurst suchen? Letzteres ginge ohne Problem: Dazu müssten wir nur jedes Päckchen öffnen, angreifen, ev. Daran riechen – das war’s aber schon!;-) Unappetitlich? Mit Nichten, es geht ja um Selbstständigkeit!;-)

Wir glauben eher, dass es um Selbstbestimmung – definiert als „eigenständig, eigenverantwortlich, nach eigenem Willen“ – gehen muss. Dass unsere Vermutung nicht ganz falsch sein dürfte, zeigt auch der Umstand, dass die gesamte UN-Behindertenrechtskonvention Selbstständig(keit) nicht verwendet.

Warum diese Unterscheidung aus unserer Sicht auch so wichtig ist, zeigt der Umstand, dass aus fachlicher Sicht sehr oft alles auf Selbstständigkeit gesetzt wird, ignoriert werden dabei jedoch zwei wesentliche Punkte: Zeit und der mögliche Umstand, dass man sich nicht nur um sich selbst kümmern will und muss…

Apropos: Der besprochene Unterschied ist auch hier – von Experten in eigener Sache – gut erklärt: https://www.sl-stmk.at/de/was-wir-denken/selbstbestimmung-selbstaendigkeit.php

Am 7.1.2018 gibt es „Weißer Stock, weißer Schnee und Kinder“

 

 

 

 

 

Freiwilligenarbeit als Alternative zur Assistenz im Familienkontext?

Zu diesem Thema sehr, sehr lesenswert der Artikel von Lydia’s Welt: https://lydiaswelt.wordpress.com/2017/07/11/bezahlte-hilfe-oder-soziales-umfeld/

In Ergänzung dazu, erlauben wir uns, hier einige Fragen und Gedanken mit euch zu teilen.

Grundsätzlich stellt aus unserer Sicht Freiwilligenarbeit Fremd- VOR Selbstbestimmung, da der/die Freiwillige am Ende des Tages immer entscheiden wird, ob/wann/wie lange er/sie arbeiten möchte. Zugegeben, Selbstbestimmung, eine so eine Haarspalterei auch. Sorry für den Ausrutscher…

Wenden wir uns den Kindern zu: Im Assistenzkontext von Familien ist – und das ist sicher keine vollständige Liste – aus folgenden Gründen Freiwilligenarbeit abzulehnen:

  1. Es dürfte allgemeiner Konsens darüber bestehen, dass ein stabiles Umfeld für Kinder wichtig ist. Wer das nicht glaubt, hier haben wir bereits den Google-Suchbegriff vorbereitet, viel Spaß beim Feststellen, dass wir Recht haben…;-): https://www.google.de/search?site=&source=hp&q=kinder+stabiles+umfeld&oq=kinder+stabiles+umfeld&gs_l=hp.3…497.8055.0.8406.28.23.5.0.0.0.122.1945.20j3.23.0….0…1.1.64.hp..0.26.1888…0j0i131k1j0i10k1j0i22i10i30k1j0i22i30k1j33i160k1j0i8i13i30k1.F6m8iiz7zeQ Wenn nun gedacht wird, dass die Assistentinnen ja nur Werkzeuge zur Unterstützung von uns sind: Ja, das stimmt, jedoch lässt sich’s nicht vermeiden, dass sie, die Assistentinnen, mit den Kindern zu tun haben: Am Spielplatz, als durch uns angeleitete Unterstützung beim Basteln und und und.. Und daher dürfte es auch einleuchten, dass ständig wechselnde, nicht bezahlte Menschen, nicht der Innbegriff von stabil sein dürften.
  2. Die elterlichen Rechte werden durch diese, die Freiwilligenarbeit massiv eingeschränkt, da es nicht sehr oft möglich sein wird, auszusuchen, wer/was/wann macht. Upps, sorry, schon wieder Selbstbestimmungshaarspalterei…
  3. In Ergänzung zu 2), sei darauf hingewiesen, dass die Einschränkung der Eltern(Rechte) zugleich bei Minderjährigkeit die KINDERRECHTE eingeschränkt werden.
  4. Regelmäßigkeit mit gleichen Personal zu – durch die Eltern – vorgegebene Zeit wird dadurch sehr schwer möglich sein, v. a. an Wochenenden, Feiertagen etc.
  5. Angelehnt an die erwähnten Vorteile von Freiwilligenarbeit unter http://www.visioneers.berlin/single-post/2015/05/04/Die-9-gr%C3%B6%C3%9Ften-Vorteile-von-Freiwilligenarbeit, kann man diese auch hinterfragen: Erfahrung sammeln, Fähigkeiten ausprobieren, ein Gefühl der Erfüllung entwickeln, Einfühlungsvermögen verbessern, Spaß haben – sorry, aber alles Dinge, die in der Unterstützung bei der Wahrnehmung elterlicher Rechte und Pflichten absolut nichts verloren haben.
  6. Zu guter Letzt, und das sagt auch der oben zitierte Artikel sehr schön, geht es sehr oft um die Tendenz, durch die ach so wichtige Freiwilligkeit Dankbarkeit zu erwarten, ja einzufordern. Nein, unsere Kinder und wir sollten nicht dankbar(er) sein müssen als der Rest – das wäre dann nicht sehr gleichberechtigungsfördernd. Einzig dankbar soll in erster Linie das Konto der Assistentinnen sein – wie in jedem anderen Job auch…

Eine Pflichtübung zur Freiwilligenabhängigkeit
Wem oben Gesagtes nicht einleuchtet, folgende Übung:

  • Nehmen Sie eine Familie mit 1-3 Kindern.
  • Entnehmen Sie Ihrem Alltag GRUNDTätigkeiten, die auf jeden Fall sein müssen.
  • Die in 2) gewählte Tätigkeit funktioniert nur, wenn Sie die notwendige Unterstützung haben.
  • Suchen Sie Freiwillige, die bei der in 2) gewählten Tätigkeit zu ihrer Wunschzeit und an ihrem Wunschort unterstützen.
  • Schritt 4) muss mindestens 6 Monate durchgeführt werden, alles andere wäre dem Alltag viel zu fern und enthielte die Gefahr, dass es die ersten Wochen genau zu den oben genannten Dingen rund um die Freiwilligenarbeit führen würde.

 

Nutzen Sie die Kommentarfunktion – wir sind neugierig!

PS: Am 31.12.2017 gibt es „Wie selbstständig sind wir?“

 

Wer kümmert sich um uns?

Diese Frage hören wir immer wieder, wer denn sich um uns kümmert.

An dieser Frage merkt man, wie unbedacht oft und leider Wörter verwendet werden, denn was heißt den „kümmern“ eigentlich.

Der Duden sagt dazu:

1a. sich einer Person oder Sache annehmen; sich helfend, sorgend um jemanden, etwas bemühen

1b jemandem, einer Sache Aufmerksamkeit schenken; sich mit jemandem, etwas befassen (meist verneint)

  1. betreffen, angehen
  2. (von Lebewesen) schlecht gedeihen, sich nicht weiterentwickeln; verkümmern

Wie man sieht, ist das sehr breit definiert. Kommuniziert wird diese Frage – gepaart durch dementsprechenden Unterton – sehr, sehr oft mit „betreffen/angehen“ und „sorgend“.

Die Antwort auf die Frage von uns: Zu kümmern hat sich, gemäß der österreichischen Verfassung, der Staat/das Land darum, dass wir selbstbestimmt wählen können, wer, wann, was für uns macht. Der Rest ist unsere Sache…

Am 24.12.2017 gibt es „Freiwilligenarbeit als Alternative zur Assistenz im Familienkontext?“